
Marokko baut seine Position als Gemüselieferant für den britischen Markt weiter aus. Zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 exportierte das Land 10.400 Tonnen Paprika nach Großbritannien und erlöste damit mehr als 17 Millionen Pfund. Das geht aus Daten der Handelsplattform EastFruit hervor, über die das Nachrichtenportal Hespress am 14. September berichtete. Im Vergleich zur Vorsaison bedeutet das ein Plus von 60 Prozent, gegenüber der Saison 2023/2024 haben sich die Lieferungen nahezu verdreifacht.
Drittes Wachstumsjahr in Folge
Für Marokko ist es bereits das dritte Jahr in Folge, in dem die Paprika-Ausfuhren auf die Insel zulegen. Besonders stark war die Nachfrage im Februar, als die Lieferungen mit 1.800 Tonnen einen Höchststand erreichten und Marokko in jenem Monat für mehr als 9 Prozent der britischen Paprika-Importe verantwortlich war. Marokkanische Ware erreicht den britischen Markt inzwischen fast ganzjährig, wobei die Hauptsaison von Oktober bis Mai läuft – also genau in den Monaten, in denen europäische Konkurrenten wie Spanien, Frankreich und Deutschland saisonbedingt weniger liefern können.
Der Anbau der exportierten Paprika konzentriert sich traditionell auf die Region Souss-Massa im Süden Marokkos, wo ein mildes Winterklima und ein dichtes Netz an Gewächshäusern ganzjährige Ernten ermöglichen. Die Region gilt seit Jahren als Motor der marokkanischen Gemüseexporte in Richtung Europa.
Aufholjagd auf Deutschland
Noch dominieren Spanien und die Niederlande den britischen Paprikamarkt mit einem gemeinsamen Anteil von mehr als 80 Prozent. Marokko hat sich in der laufenden Rangliste jedoch bereits an Frankreich vorbeigeschoben und nähert sich nun dem drittplatzierten Lieferanten Deutschland an: Der Rückstand beträgt nach den EastFruit-Daten inzwischen weniger als 1.000 Tonnen. Da die deutschen Liefermengen weitgehend stabil bleiben, während Marokkos Exporte kontinuierlich wachsen, könnte das Land nach Einschätzung von EastFruit bereits in der Saison 2026/2027 den dritten Platz unter den Paprika-Lieferanten Großbritanniens übernehmen.
Der Erfolg auf dem britischen Markt reiht sich ein in eine Reihe ähnlicher Meldungen zu Marokkos Agrarexporten der vergangenen Jahre, etwa bei Beeren oder Tomaten. Die Landwirtschaft zählt neben Tourismus und der Automobilindustrie zu den wichtigsten Devisenbringern des Landes, wobei besonders die intensive Gewächshausproduktion im Süden als Wachstumstreiber gilt. Ob sich der Aufwärtstrend bei Paprika in den kommenden Jahren fortsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie sich Wasserverfügbarkeit und Anbauflächen in der ohnehin von Trockenheit geprägten Region weiterentwickeln.
Quellen: Hespress English, Yabiladi, EastFruit


