Gotion und Volkswagen planen 480-Millionen-Euro-Werk für Batteriematerial in Kénitra

Forscher prüft Lithium-Ionen-Batteriezellen in einem Testlabor (Symbolbild)
Foto: Oak Ridge National Laboratory, Lizenz CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Ambitionen als Batteriestandort erhalten Rückenwind aus Wolfsburg: Der chinesische Batteriehersteller Gotion High-Tech und die Volkswagen-Tochter PowerCo wollen in Kénitra ein Gemeinschaftsunternehmen für Kathodenmaterial gründen. Das Investitionsvolumen für das Marokko-Projekt liegt laut Medienberichten bei rund 480 Millionen Euro.

Kathodenmaterial für Europas Batteriefabriken

Das Werk in Kénitra soll Kathodenmaterial auf Basis von Lithium-Eisenphosphat (LFP) herstellen, mit einer geplanten Jahreskapazität von 100.000 Tonnen. Beliefert werden sollen vor allem Batterieprojekte in Spanien und der Slowakei. Gotion hält an dem Joint Venture eine Mehrheit von 51 Prozent, PowerCo die übrigen 49 Prozent; das Management soll gemeinsam von beiden Partnern gestellt werden.

Nach Angaben von Volkswagen soll das Kathodenmaterial aus Marokko die Bezugsquellen diversifizieren und die Versorgungssicherheit der regionalen Wertschöpfungskette erhöhen. PowerCo will bis 2030 rund 470 Millionen Euro investieren, um 49-Prozent-Beteiligungen an den Gemeinschaftsunternehmen in Šurany (Slowakei) und Kénitra zu erwerben.

Teil einer Dreier-Partnerschaft

Marokko ist nur ein Baustein einer größeren Kooperation: Neben Kénitra entstehen Gemeinschaftsunternehmen im spanischen Valencia, das zu Europas Zentrum für LFP-Batteriezellen werden soll, sowie im slowakischen Šurany. Das Gesamtvolumen der Partnerschaft beziffern Medien mit rund 3,22 Milliarden Euro, verteilt auf Marokko, Spanien und die Slowakei. Volkswagen verkauft im Zuge der Neuordnung zudem 5,3 Prozent seiner Anteile an Gotion.

„Dies ist ein bedeutender Durchbruch für beide Unternehmen und bringt uns dem Spitzenfeld der Elektromobilität einen Schritt näher“, erklärte Thomas Schmall, Vorstandsmitglied des Volkswagen-Konzerns. Gotion-Chairman Li Zhen sagte: „Sechs Jahre enger Zusammenarbeit haben tiefes gegenseitiges Vertrauen geschaffen.“ PowerCo-Chef Frank Blome betonte, die Partnerschaft „stärkt die Widerstandsfähigkeit unserer Wertschöpfungskette“.

Bereits Förderung durch die AfDB

Das Projekt baut auf bestehender Unterstützung auf: Die Afrikanische Entwicklungsbank hatte im Juli 2026 ein Darlehen über 100 Millionen Euro für die integrierte LFP-Batterieentwicklung von Gotion Power Morocco in der Region Rabat-Salé-Kénitra genehmigt. Noch stehen die Investitionsvereinbarungen allerdings nicht endgültig fest: Die Vorhaben unterliegen der Zustimmung der Gesellschafter sowie behördlichen Genehmigungen.

Quellen: Morocco World News, Volkswagen Group

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