Moussem von Setti Fatma: Pilgerfest und Bergidylle im Ourika-Tal

Foto: Abbas9, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Am Ende des Monats verwandelt sich das Amazigh-Bergdorf Setti Fatma im Ourika-Tal, rund neunzig Minuten von Marrakesch entfernt, in einen der lebendigsten Treffpunkte des Landes: Zum jährlichen Moussem von Setti Fatma pilgern tausende Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Region in die Ausläufer des Hohen Atlas.

Einer der drei bedeutendsten Moussems Marokkos

Der Moussem von Setti Fatma gilt neben wenigen anderen als eines der drei bedeutendsten religiösen Feste des Landes. Vier Tage lang verbindet das Fest religiöse Verehrung der Heiligen Setti Fatma mit weltlichem Trubel: Rund um die Koubba, das Heiligengrab, versammeln sich Pilger zum Gebet, während Händler ihre Stände mit Kunsthandwerk und Waren aus der Region aufbauen und traditionelle Musikgruppen auftreten. Die Veranstaltung wurzelt in einer über Jahrhunderte gewachsenen Tradition der umliegenden Berbergemeinschaften und zählt zu den wenigen Festen, bei denen religiöse und kulturelle Praxis so unmittelbar ineinandergreifen.

Sieben Wasserfälle als natürliche Kulisse

Setti Fatma selbst liegt am südlichen Ende des Ourika-Tals, umgeben von Flüssen, grünen Terrassenfeldern und schroffen Berghängen – eine Landschaft, die auch außerhalb der Festtage Wanderer anzieht. Besonders beliebt ist der Aufstieg zu den sogenannten sieben Wasserfällen oberhalb des Dorfes, ein mehrstündiger, aber gut zugänglicher Ausflug, der während des Moussems zusätzlichen Zulauf erhält, da viele Pilger die religiöse Reise mit einem Ausflug in die Natur verbinden.

Tourismus trifft auf gelebte Tradition

Für Marrakeschs wachsende Tourismusbranche ist das Ourika-Tal längst ein beliebtes Tagesausflugsziel – der Moussem von Setti Fatma bietet Besucherinnen und Besuchern jedoch einen selteneren Einblick in gelebte religiöse und kulturelle Praxis abseits kommerzialisierter Angebote. Anders als bei rein touristisch ausgerichteten Festivals steht hier die jahrhundertealte Verbindung der Amazigh-Gemeinschaften zu ihrer Heiligen im Mittelpunkt, während Musik, Handel und Geselligkeit das Fest zugleich zu einem der größten sozialen Ereignisse des Hohen Atlas machen.

Quellen: This Time Tomorrow, Naturally Morocco

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