
Der Traum vom dritten WAFCON-Finale in Folge ist für Marokkos Fußballerinnen geplatzt: Im Halbfinale des Afrika-Cups der Frauen unterlagen die Gastgeberinnen am Mittwochabend im Moulay-El-Hassan-Stadion in Rabat Kamerun im Elfmeterschießen mit 1:3, nachdem weder die reguläre Spielzeit noch die Verlängerung ein Tor gebracht hatten.
Kameruns Torhüterin Bihina wird zur Heldin
Hanane Aït El Haj verwandelte zwar Marokkos ersten Elfmeter, doch danach lief für die Atlas-Löwinnen nichts mehr zusammen: Kenza Chapelle, Maryame Atiq und Sakina Ouzraoui Diki scheiterten allesamt an der überragenden kamerunischen Schlussfrau Michaely Bihina, die bereits in der Verlängerung eine entscheidende Parade gezeigt hatte und im Anschluss drei weitere Elfmeter entschärfte. Für Kamerun trafen unter anderem Marie Ngah und Bella Rose, während Grâce Davila Mendoua ihren Versuch vergab – am Ende reichte es dennoch zum 3:1-Erfolg vom Punkt.
Perfekte Elfmeterbilanz gerissen, WM-Ticket bleibt sicher
Mit der Niederlage endet zugleich eine bemerkenswerte Serie: Vor dem Duell mit Kamerun hatten die Löwinnen alle neun bisherigen Elfmeter verwandelt, die sie in Shootout-Siegen über Nigeria im Halbfinale 2022 und über Ghana in derselben Runde 2024 benötigt hatten. Beide Erfolge hatten Marokko damals ins Finale gebracht – unter Trainer Jorge Vilda sollte in diesem Jahr die dritte Endspielteilnahme in Serie folgen, nachdem das Team seine Gruppe mit Siegen gegen Kenia (4:0) und Algerien (1:0) sowie einem 0:0 gegen Senegal angeführt und anschließend Südafrika im Viertelfinale mit 2:1 bezwungen hatte. Jener Viertelfinalsieg hatte bereits die automatische Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2027 in Brasilien gesichert – daran ändert das Halbfinal-Aus nichts.
Kamerun trifft auf Debütant Malawi, Marokko kämpft um Bronze
Kamerun trifft im Finale am Sonntag, den 16. August, im Moulay-El-Hassan-Stadion in Rabat auf Turnierneuling Malawi, der sich sensationell mit einem 3:1-Erfolg über Algerien durchgesetzt hatte – zwei Treffer von Tabitha Chawinga sowie einer ihrer Schwester Temwa Chawinga machten den historischen Finaleinzug perfekt. Für Marokko geht es nun im kleinen Finale weiter: Am Samstag, den 15. August, trifft die Mannschaft von Jorge Vilda im Rahmen des Spiels um Platz drei im Olympiastadion von Rabat erneut auf Algerien – nach 2022 und 2024 droht damit zum ersten Mal seit Jahren ein WAFCON ohne eigenen Finaleinzug für die Gastgeberinnen.


