WM-2030-Stadien in Marokko: Vom 115.000-Plätze-Koloss bis zur sanierten Klassikarena

Nilgro
Foto: Nilgro, Lizenz CC BY 3.0, Quelle: Wikimedia Commons

Sechs Städte, sechs Stadien, ein gemeinsames Ziel: Bis 2030 verwandelt Marokko seine Fußballarenen in Austragungsorte von Weltrang. Von der gigantischen Neubau-Baustelle bei Casablanca bis zur behutsamen Sanierung historischer Ränge in Fès – ein Überblick über die sechs marokkanischen WM-Stadien und ihren Baufortschritt.

Stade de Marrakech
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Grand Stade Hassan II (Casablanca/Benslimane) – 115.000 Plätze

Das mit Abstand größte und ambitionierteste Projekt entsteht rund 40 Kilometer nördlich von Casablanca im Ort El Mansouria bei Benslimane. Mit einer geplanten Kapazität von 115.000 Plätzen soll der Grand Stade Hassan II zum größten Fußballstadion Afrikas und zu den größten der Welt werden – als Kandidat für das WM-Finale. Das Design von Populous und den marokkanischen Architekten Oualalou + Choi greift die Form des traditionellen Moussem-Zeltfests auf; ein markantes Aluminiumdach soll die riesige Sitzschale überspannen. Der Bau läuft im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Mitte 2026 war die Anlage zu rund 30 Prozent fertiggestellt, rund 40 Prozent der Tribünen standen bereits – die Fertigstellung wird für Ende 2027 angepeilt, das Neubau-Budget liegt bei umgerechnet rund 600 Millionen US-Dollar.

Nationalstadion Rabat – 65.000 Plätze

Die Hauptstadt geht den radikalsten Weg: Das alte Nationalstadion wurde bereits 2023 abgerissen, um Platz für einen kompletten Neubau mit einer geplanten Kapazität von 65.000 Zuschauern zu schaffen. Rabat unterstreicht damit seinen Anspruch, als politisches Zentrum des Landes auch sportlich eine der zentralen WM-Bühnen zu stellen.

Ibn-Batouta-Stadion (Tanger) – 65.000 Plätze

In Tanger wird das bestehende, nach dem berühmten mittelalterlichen Weltreisenden benannte Ibn-Batouta-Stadion auf 65.000 Plätze ausgebaut. Die Arena, die 2023 bereits ein vielbeachtetes Testspiel zwischen Marokko und Brasilien ausrichtete, profitiert von der Nähe zur Straße von Gibraltar und der guten Anbindung an Spanien – ein strategischer Vorteil für ein Turnier, das über zwei Kontinente verteilt ausgetragen wird.

Stade de Marrakech – 45.000 Plätze

Die Wüstenmetropole Marrakesch setzt auf ihr bestehendes, 45.000 Zuschauer fassendes Stadion, das derzeit Heimat des Erstligisten Kawkab Marrakech ist. Die Arena wird für die WM saniert und technisch aufgerüstet, bleibt aber in ihrer Grundstruktur erhalten – ein Kontrast zu den kompletten Neubauten in Casablanca und Rabat.

Adrar-Stadion (Agadir) – Ausbau auf 70.000 Plätze

Die südliche Küstenstadt Agadir erweitert ihr Adrar-Stadion deutlich: Die Kapazität soll bis zum Turnier auf rund 70.000 Plätze steigen. Agadir profitiert dabei zusätzlich vom parallel laufenden Ausbau des dortigen Flughafens, dessen Passagierkapazität bis 2030 auf 6,3 Millionen jährlich wachsen soll.

Stade de Fès – Ausbau auf rund 55.800 Plätze

Auch die Kulturstadt Fès ist im WM-Kreis vertreten: Das bestehende, derzeit rund 45.000 Zuschauer fassende Stadion wird umfassend saniert und auf ein Zielkapazität von etwa 55.800 Plätzen erweitert. Für die Sanierung sind laut Medienberichten rund 2,8 Milliarden Dirham vorgesehen.

Ein Milliardenprojekt mit Zeitdruck

Insgesamt beziffern Beobachter die marokkanischen WM-Investitionen in Stadien, Trainingsanlagen und begleitende Infrastruktur auf umgerechnet 5 bis 6 Milliarden US-Dollar. Allein für den Neubau und die Sanierung der sechs Hauptstadien sind rund 1,4 bis 2 Milliarden US-Dollar eingeplant, hinzu kommen geschätzte 3,5 Milliarden Dirham für rund 60 Trainingszentren im ganzen Land. Der Zeitplan ist eng: Die meisten Bauprojekte sollen bis 2028 abgeschlossen sein, um genügend Puffer für Testläufe und internationale Testspiele vor dem Turnierstart 2030 zu lassen.

Quellen: Olympics.com, Yanko Design, Global Construction Review, Barlaman Today

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