WAFCON-Nachlese: Marokko scheitert im Halbfinale an Kamerun, verpasst auch Bronze

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Foto: KSKB1935, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Mit einer bitteren Enttäuschung für den Gastgeber ist die Frauen-Afrikameisterschaft in Marokko zu Ende gegangen: Nach dem historischen WM-Ticket im Viertelfinale scheiterten die Atlas-Löwinnen im Halbfinale an Kamerun und verloren auch das Spiel um Bronze gegen Algerien. Den Titel sicherte sich am Ende Kamerun mit einem klaren Sieg über Debütant Malawi.

Prince-Moulay-Abdellah-Stadion in Rabat
Foto: KSKB1935, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Halbfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen Kamerun

Im Halbfinale in Rabat lieferten sich Marokko und Kamerun ein torloses, hart umkämpftes Duell, das nach 120 Minuten immer noch 0:0 stand. Eine bittere Pointe: Marokkos Fatima Tagnaout vergab in der Verlängerung einen Elfmeter, der die Vorentscheidung hätte bringen können. Im anschließenden Elfmeterschießen zeigten sich die Kamerunerinnen die kaltschnäuzigeren Schützinnen – Marie Ngah, Rose Bella und Myriam Nyadjou verwandelten für Kamerun, während die Gastgeberinnen nur durch Hanane Aït El Haj trafen. Am Ende hieß es 3:1 für Kamerun im Shootout, der Finaleinzug war perfekt – zulasten der Gastgeberinnen vor eigenem Publikum.

Bronze verspielt: Algerien gewinnt Elfmeterkrimi

Auch im kleinen Finale um Platz drei musste sich Marokko im Elfmeterschießen geschlagen geben. Nach einem 1:1 nach regulärer Spielzeit setzte sich der Erzrivale Algerien mit 3:2 im Shootout durch und sicherte sich damit die erste WAFCON-Bronzemedaille der algerischen Vereinsgeschichte. Für die Atlas-Löwinnen bedeutete das Ergebnis den vierten Platz beim eigenen Heimturnier – ein Resultat, das angesichts der hohen Erwartungen nach dem Erreichen des Halbfinals als Enttäuschung gewertet wird.

Kamerun krönt sich zum ersten Mal zum Kontinentalmeister

Das Finale in Rabat entschied Kamerun deutlich für sich: Gegen Turnierdebütant Malawi hieß es am Ende 3:0. Marie Ngah erzielte nach 20 Minuten die Führung, Naomi Eto legte kurz vor der Pause nach, und Ngah setzte in der Nachspielzeit mit ihrem zweiten Treffer des Abends den Schlusspunkt. Nach drei verlorenen Finals zuvor gelang Kamerun damit im vierten Anlauf der erste WAFCON-Titel der Verbandsgeschichte – die Kamerunerinnen reihen sich damit neben Nigeria, Äquatorialguinea und Südafrika in die kleine Riege der bisherigen Titelträgerinnen ein.

Wichtigstes Ziel dennoch erreicht

Trotz des enttäuschenden Endes bleibt für den marokkanischen Verband ein zentraler Erfolg bestehen: Mit dem Einzug ins Halbfinale hatte sich Marokko bereits vorzeitig für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien qualifiziert – ein historischer Meilenstein, der durch das Ausscheiden in den K.-o.-Spielen um die Medaillen nicht geschmälert wird. Nationaltrainer Jorge Vilda hatte bereits vor dem Halbfinale betont, die WM-Qualifikation sei das Ergebnis eines mehrjährigen, systematischen Aufbaus des marokkanischen Frauenfußballs.

Quellen: CAF Online, Al Jazeera, ESPN

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