
Die marokkanische Automobilbranche bleibt der wichtigste Exportmotor des Landes. Bis Ende Mai 2026 erreichten die Ausfuhren der Branche einen Wert von rund 77 Milliarden Dirham – ein Plus von 15,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark entwickelte sich das Segment Fahrzeugbau und Karosserie, das um 27,1 Prozent auf 31,3 Milliarden Dirham zulegte. Auch der Bereich Kabelbäume, in dem marokkanische Zulieferer seit Jahren eine international anerkannte Position haben, wuchs um 12,2 Prozent auf 28,9 Milliarden Dirham.
Marokko hat sich in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte für die Automobilindustrie in Afrika und dem Mittelmeerraum entwickelt. Werke internationaler Hersteller in der Region Kénitra-Tanger bilden das Rückgrat dieser Entwicklung, ergänzt durch ein dichtes Netz lokaler Zulieferbetriebe.
Ein neues Kapitel schreibt nun der chinesische Batteriehersteller Gotion High-Tech: Das Unternehmen investiert rund 1,3 Milliarden US-Dollar in eine sogenannte Gigafactory in Kénitra zur Fertigung von Batterien für Elektrofahrzeuge. Die Anlage soll zunächst über eine Kapazität von 20 Gigawattstunden verfügen, mit der Option, die Produktion später auf bis zu 100 Gigawattstunden auszubauen. Die Produktion soll im dritten Quartal 2026 anlaufen.
Für Marokko ist das Projekt ein strategischer Schritt: Das Land will sich nicht nur als Standort für klassische Fahrzeug- und Zulieferproduktion behaupten, sondern auch als Drehscheibe für die Batterietechnologie der E-Mobilität – mit direktem Anschluss an die europäischen Absatzmärkte über die Häfen von Tanger Med.
Quelle: Office des Changes / marokkanisches Industrieministerium
