3,8 Millionen Tonnen: Brasilien sichert sich Dünger-Großlieferung von Marokkos OCP Nutricrops

Dragline-Förderbrücke in der OCP-Phosphatmine bei Benguerir, Marokko
Foto: Solox44, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Düngemittelkonzern OCP Nutricrops und Brasiliens Landwirtschaftsministerium haben eine neue Grundsatzvereinbarung unterzeichnet, die den südamerikanischen Agrarstaat in den kommenden zwei Jahren mit bis zu 3,8 Millionen Tonnen Dünger versorgen soll. Unterzeichnet wurde das Memorandum von Brasiliens Landwirtschaftsminister André de Paula und OCP-Nutricrops-Chef Faris Derrij im Rahmen eines Besuchs des Ministers in Marokko und Angola zwischen dem 14. und 18. September. Es ist eine der größten bilateralen Düngemittel-Absichtserklärungen, die OCP in diesem Jahr mit einem einzelnen Partnerland getroffen hat.

Triple-Superphosphat als Kernprodukt

Im Zentrum der Vereinbarung steht Triple-Superphosphat (TSP), das an die spezifischen Böden und Anbaupflanzen Brasiliens angepasst werden soll. Das südamerikanische Land zählt zu den größten Agrarnationen der Welt und ist einer der wichtigsten Exporteure von Sojabohnen, Mais und Zuckerrohr weltweit, bei Düngemitteln jedoch stark von Importen abhängig, da die heimische Produktion den Bedarf der riesigen Anbauflächen bei Weitem nicht deckt. Insgesamt umfasst das Memorandum fünf Kooperationsfelder: verlässliche Lieferketten, die Entwicklung TSP-basierter Spezialprodukte, Bodengesundheit und Pflanzenernährung, digitale Landwirtschaftstools sowie gemeinsame Forschungs- und Ausbildungsprogramme. Damit geht die Partnerschaft über den reinen Warenaustausch hinaus und zielt auch auf einen Wissenstransfer zwischen beiden Ländern.

Diversifizierung nach Spannungen um die Straße von Hormus

Als Motiv für das Abkommen nennen beide Seiten ausdrücklich die Verwundbarkeit globaler Düngemittel-Lieferketten, die durch die Spannungen um die Straße von Hormus sichtbar geworden seien. Ein erheblicher Teil der weltweiten Energie- und Rohstofftransporte läuft durch diese Meerenge am Persischen Golf, weshalb schon kurzzeitige Störungen dort spürbare Folgen für Preise und Lieferzeiten in weit entfernten Agrarmärkten haben können. Brasilien will seine Bezugsquellen deshalb breiter aufstellen und die Versorgungssicherheit erhöhen, während OCP Nutricrops seine bestehende Präsenz in Südamerika weiter ausbaut. Der marokkanische Staatskonzern ist mit seiner Tochtergesellschaft OCP Brasil bereits seit 2010 im Land aktiv und verfügt damit über mehr als 15 Jahre Erfahrung auf dem brasilianischen Markt.

Teil von OCPs globaler Expansionsstrategie

Die Vereinbarung mit Brasilien reiht sich in eine Serie von OCP-Abkommen der vergangenen Wochen ein, die von Lieferverträgen mit Bangladesch bis zum Bau einer neuen Düngerfabrik in den USA reichen. Mit rund 70 Prozent der weltweit bekannten Phosphatreserven positioniert sich der marokkanische Konzern zunehmend als zentraler Akteur der globalen Ernährungssicherung. Für Brasilien wiederum verspricht die engere Anbindung an einen der größten Phosphatproduzenten der Welt mehr Planungssicherheit für die kommenden Anbausaisons.

Quellen: Hespress English, Yabiladi, 7News Morocco

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