ONHYM und Viridien bündeln Untergrunddaten: Marokko wirbt um Öl- und Gasinvestoren

Öl- und Gasbohrplattform in einer Werft (Symbolbild)
Foto: W. Bulach, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko treibt die Suche nach eigenen Öl- und Gasvorkommen weiter voran: Das staatliche Amt für Kohlenwasserstoffe und Bergbau (ONHYM) hat eine Partnerschaft mit dem französischen Geowissenschaftsunternehmen Viridien geschlossen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, geowissenschaftliche Daten zum marokkanischen Untergrund systematisch aufzubereiten und internationalen Explorationsfirmen zugänglich zu machen – ein Schritt, der Marokkos Sedimentbecken für ausländische Investoren attraktiver machen soll.

Multi-Client-Modell soll mehrere Betreiber gleichzeitig bedienen

Kern der Vereinbarung ist ein sogenanntes Multi-Client-Programm: Statt geowissenschaftliche Daten exklusiv für einen einzelnen Auftraggeber zu erheben, kombinieren ONHYM und Viridien seismische Aufnahmen, geologisches Fachwissen und moderne Verfahren zur Untergrundbildgebung zu einem gemeinsamen Datenpool. Dieser soll anschließend mehreren interessierten Explorationsunternehmen gleichzeitig zur Verfügung gestellt werden. Viridien – bis vor wenigen Jahren unter dem Namen CGG bekannt – gilt international als einer der führenden Anbieter für seismische Untergrunddaten und Bildgebungstechnologien in der Öl- und Gasindustrie. Laut den Partnern soll die Zusammenarbeit dazu beitragen, „die Informationen zu erarbeiten und zu interpretieren, die nötig sind, um zu entscheiden, wo und wie exploriert werden soll“.

Fokus auf Marokkos wichtigste Sedimentbecken

Im Zentrum der Kooperation stehen detaillierte Analysen der wichtigsten Sedimentbecken des Königreichs. ONHYM bringt dabei seine langjährige Kenntnis der regionalen Geologie ein, während Viridien mit seiner Bildgebungstechnologie für eine präzisere Charakterisierung des Untergrunds sorgen soll. Bessere und leichter zugängliche geologische Daten senken für internationale Explorationsfirmen das Investitionsrisiko und sollen es ihnen erleichtern, Marokkos Potenzial an Öl-, Gas- und Heliumvorkommen realistisch einzuschätzen. Konkrete Angaben zu einzelnen Becken oder einem Zeitplan für erste Ergebnisse der Kooperation machten die beteiligten Stellen bislang nicht.

Teil einer breiteren Explorationsoffensive

Die neue Partnerschaft reiht sich in eine Serie von Vorstößen Marokkos ein, die eigene Energieversorgung unabhängiger von Importen zu machen. Das Land deckt seinen Erdgasbedarf bislang zu großen Teilen über Lieferungen aus Spanien, während gleichzeitig mehrere ausländische Unternehmen – etwa der britische Explorationskonzern Predator Oil & Gas in der Region Guercif – nach eigenen Gasvorkommen bohren. Bessere geowissenschaftliche Datengrundlagen, wie sie das ONHYM-Viridien-Abkommen liefern soll, gelten als wichtige Voraussetzung dafür, weitere internationale Partner für die Exploration in Marokko zu gewinnen und laufende Projekte technisch abzusichern.

Quellen: L’ODJ, Le Desk, Infomédiaire

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