Marokko hat im Global Innovation Index 2026 seinen bislang besten Platz erreicht: Das Land belegt Rang 54 von 139 bewerteten Volkswirtschaften und verbessert sich damit gegenüber dem Vorjahr um drei Plätze. Das teilte das marokkanische Amt für gewerbliches und kommerzielles Eigentum (OMPIC) am 29. September mit. Im Jahr 2020 hatte das Königreich noch auf Rang 75 gelegen – ein Aufstieg um 21 Plätze in sechs Jahren.
Immaterielle Werte und Schutzrechte als Motor
Der Index wird seit 2007 von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) gemeinsam mit der Cornell University und der Wirtschaftshochschule INSEAD erstellt. Er stützt sich auf rund 80 Indikatoren in sechs Bereichen, darunter Institutionen, Humankapital und Forschung, Infrastruktur sowie Kreativleistungen.
Besonders stark schneidet Marokko bei immateriellen Vermögenswerten ab: Hier liegt das Land weltweit auf Rang 11 und hat sich um sechs Plätze verbessert. Bei Designanmeldungen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung belegt Marokko Platz 5, bei Markenanmeldungen Platz 16 (plus sechs Plätze). Bei Patentanmeldungen, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, reicht es für Rang 58, ein Plus von vier Plätzen.
Regionale Einordnung und Schwachstelle
Unter den Ländern mit niedrigem mittlerem Einkommen liegt Marokko auf dem vierten Platz, in Nordafrika und Westasien auf dem siebten. Die WIPO zählt das Königreich zudem zu den Volkswirtschaften, die sich im vergangenen Jahrzehnt besonders rasch nach oben gearbeitet haben – gemeinsam mit Ländern wie China, Indien, Vietnam, der Türkei, den Philippinen und Indonesien.
Nach Angaben von Morocco World News zeigt die Detailauswertung allerdings ein Gefälle: Bei den Innovationsinputs, also Ressourcen, Investitionen und Rahmenbedingungen, liegt Marokko nur auf Rang 76, bei den Innovationsergebnissen dagegen auf Rang 46. Das Land setzt aus den vorhandenen Mitteln demnach vergleichsweise viel um – ein höheres Investitionsniveau in Forschung und Entwicklung bliebe aber die Voraussetzung, um die Position langfristig zu festigen.
Stärken zeigen sich laut dem Bericht auch bei der Zahl der Absolventen in Naturwissenschaften und Ingenieurfächern (Rang 23), bei der Produktion von Hochtechnologie-Gütern (Rang 28) und beim Wachstum der Arbeitsproduktivität (Rang 13).
Quellen: Hespress English, Morocco World News, WIPO


