
Der Streit um den Titel des Afrika-Cups 2025 hat am Donnerstag in Lausanne seinen vorerst wichtigsten Termin erlebt: Der Internationale Sportgerichtshof CAS (französisch TAS) verhandelte die Berufung des senegalesischen Verbands FSF gegen die Entscheidung des Kontinentalverbands CAF, Marokko nachträglich zum Sieger des Finales zu erklären. Ein Urteil fiel nicht – und wird nach Angaben des Gerichts auch nicht sofort erwartet.
Keine Entscheidung an diesem oder dem nächsten Tag
Die nicht öffentliche Anhörung begann gegen 9.30 Uhr; Anwälte beider Verbände sowie der CAF nahmen teil. Der Fall wird von einem dreiköpfigen Schiedsgremium unter Vorsitz des Franzosen Gérald Simon verhandelt, dem außerdem der Italiener Luigi Fumagalli und der Deutsche Ulrich Haas angehören. Laut Yabiladi war ein Ende der Verhandlung am frühen Nachmittag erwartet worden.
CAS-Generaldirektor Matthieu Reeb sagte dem Sender RMC Sport, weder am Donnerstag noch am Freitag werde ein Ergebnis verkündet. Das Gremium wolle so schnell wie möglich entscheiden, die ausführlich begründete Entscheidung könne jedoch „einige Tage oder sogar einige Wochen“ dauern. Reeb zeigte Verständnis für die lange Wartezeit der Fans in Marokko, im Senegal und auf dem ganzen Kontinent und betonte, der Termin sei mit allen Parteien abgestimmt gewesen.
Worum es geht
Im Finale vom 18. Januar 2026 in Rabat hatte Senegal nach Verlängerung 1:0 gewonnen, nachdem die Mannschaft zuvor aus Protest gegen einen Elfmeterpfiff nach Videobeweis das Feld verlassen hatte; die Partie ruhte fast 16 Minuten. Brahim Díaz verschoss den Strafstoß, Pape Gueye erzielte in der Verlängerung das Siegtor.
Das Berufungsgremium der CAF wertete das Verhalten am 17. März 2026 als Verstoß gegen Artikel 82 der Wettbewerbsregeln, erklärte Senegal gemäß Artikel 84 für unterlegen und wertete das Spiel mit 3:0 für Marokko. Die FSF legte am 25. März Berufung beim CAS ein und fordert die Aufhebung dieser Entscheidung sowie die Anerkennung des sportlichen Ergebnisses.
Mögliche Ausgänge
Als Berufungsinstanz kann das Gremium Tatsachen und Rechtsfragen vollständig überprüfen. Es kann die CAF-Entscheidung bestätigen, sie aufheben oder abändern und selbst neu entscheiden oder den Fall an das CAF-Gremium zurückverweisen. Bis zum Spruch bleibt Marokko formal als Afrikameister geführt.
Quellen: Yabiladi, Le360 Sport


