
Nach den jüngsten Gewittern und Hagelschauern füllen sich Marokkos Stauseen wieder etwas auf. Laut Daten des Ministeriums für Ausrüstung und Wasser lag der nationale Füllstand am Montag, 19. Oktober, bei 65,95 Prozent – die Reserven summierten sich auf 11,23 Milliarden Kubikmeter. Am Vortag waren es noch 11,18 Milliarden Kubikmeter (65,66 Prozent).
Fast doppelt so viel wie vor einem Jahr
Binnen 24 Stunden legten die Speicher damit um rund 49,4 Millionen Kubikmeter zu, ein Plus von 0,29 Prozentpunkten. Im Jahresvergleich ist der Abstand enorm: Vor einem Jahr lag der Füllstand am selben Datum bei 31,89 Prozent, aktuell ist er mehr als doppelt so hoch. Gegenüber dem 1. Oktober (11,16 Milliarden Kubikmeter) stehen rund 74 Millionen Kubikmeter mehr zu Buche. Den Höchstwert vom 24. September (66,02 Prozent) haben die Stauseen allerdings noch nicht wieder erreicht; er liegt rund 11,7 Millionen Kubikmeter höher.
Der Südosten profitiert am stärksten
Den größten Zuwachs verzeichnete das Einzugsgebiet Ziz-Ghris-Ker mit 23,7 Millionen Kubikmetern. Dort stieg der Füllstand von 43,52 auf 47,84 Prozent. Allein der Hassan-Addakhil-Staudamm gewann rund 14 Millionen Kubikmeter (von 60,14 auf 65,04 Prozent), der Kaddoussa-Damm knapp 9,6 Millionen. Die stärksten Niederschläge fielen laut der Wetterbehörde in der Provinz Errachidia: Boudnib meldete 60 Millimeter, Amlako 41, Tadighoust 38 und Goulmima 37 Millimeter.
Im Becken der Moulouya kamen 11,6 Millionen Kubikmeter hinzu (65,81 Prozent), im Oum Er-Rbia-Becken 9,5 Millionen. Wegen dessen großer Kapazität von rund fünf Milliarden Kubikmetern stieg der Prozentwert dort nur minimal auf 58,53 Prozent. Im Draa-Oued Noun legte der Füllstand auf 37,11 Prozent zu.
Nicht überall kam der Regen in den Stauseen an: Im Loukkos-Becken sank der Füllstand trotz 50 Millimetern Niederschlag in Souk Lqolla (Provinz Larache) leicht auf 74,37 Prozent. Auch Sebou (76,52 Prozent), Bouregreg (76,73 Prozent) und Souss-Massa (47,18 Prozent) blieben nahezu unverändert oder verloren minimal. Niederschlag und Speicherstand sind eben zwei unterschiedliche Indikatoren.
Entspannung mit Gefälle
Die Zahlen unterstreichen, wie stark sich die Wasserlage nach Jahren der Dürre erholt hat. Zugleich zeigt der Blick auf die Becken ein deutliches Gefälle: Während Sebou, Loukkos und Bouregreg mit gut drei Vierteln gefüllt sind, liegen Souss-Massa, Draa und Ziz-Ghris-Ker teils deutlich unter der 50-Prozent-Marke. Für Montagabend waren laut Meteorologen weitere Gewitter angekündigt.
Quellen: Hespress English


