Grüner Nahverkehr: Marrakesch bekommt erste Elektrobusse aus Südkorea

Elektrobus vom Typ Hyundai Elec City an einer BRT-Haltestelle in Südkorea (Symbolbild)
Foto: Kangsan Kim 6581, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marrakesch bekommt seine ersten elektrisch betriebenen Linienbusse: Der südkoreanische Autobauer Hyundai und die staatliche Entwicklungsagentur KOICA (Korea International Cooperation Agency) liefern der Stadt 15 Elektrobusse des Typs Elec City. Die ersten beiden Fahrzeuge wurden am 21. September 2026 im Hyundai-Werk im südkoreanischen Wanju offiziell an eine marokkanische Delegation übergeben, die restlichen 13 Busse sollen bis zum ersten Quartal 2027 folgen. Es handelt sich um die ersten in Südkorea gefertigten Elektrobusse, die den Weg nach Marokko finden.

Entwicklungshilfe für saubere Mobilität

Das Projekt läuft über ein Programm der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit (ODA) und umfasst neben den Fahrzeugen auch Schnellladestationen, technische Ausrüstung sowie Schulungen für Wartungspersonal vor Ort. Do Young-a, Direktorin der KOICA-Abteilung für regionale Programme, erklärte, sie hoffe, dass das Projekt dazu beitrage, weiteren koreanisch gefertigten Elektrofahrzeugen den Weg nach Marokko und in die gesamte nordafrikanische Region zu ebnen. Park Chul-yeon, Leiter der globalen Nutzfahrzeugsparte bei Hyundai, bezeichnete die Initiative als Erweiterung des Potenzials für die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs. Die Busse sollen künftig Linien durch die touristisch stark frequentierten Viertel Marrakeschs bedienen und dort zur Reduzierung von Luftverschmutzung und Lärm beitragen.

Symbolische Verbindung zu Marrakeschs Klima-Erbe

Marokkos Botschafter in Südkorea, Chafik Rachadi, betonte bei der Übergabezeremonie die symbolische Bedeutung des Projekts: Marrakesch sei im Jahr 2016 Gastgeberstadt der UN-Klimakonferenz COP22 gewesen, weshalb die Ankunft der ersten elektrischen Busse in besonderer Weise an das damalige Bekenntnis der Stadt zum Klimaschutz anknüpfe. Das Projekt könne, so Rachadi wörtlich, „ein neuer Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit zwischen Korea und Marokko bei nachhaltiger urbaner Mobilität“ werden. Hyundai-Manager Lee Seung-min unterstrich bei der Übergabe im Werk Wanju die Bedeutung der Partnerschaft mit Marokko als Einstieg in den nordafrikanischen Markt für koreanische Elektrobusse.

Teil von Marokkos Klimazielen

Die Lieferung reiht sich in Marokkos Bemühungen ein, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45,5 Prozent zu senken und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Der Nahverkehr gilt dabei als eines der Felder mit größtem Aufholbedarf: Marrakesch hatte bereits mit dem Aufbau eines Bus-Rapid-Transit-Systems (BRT) begonnen, in das die neuen Elektrobusse nun eingebunden werden sollen. Die endgültige Übergabezeremonie vor Ort in Marokko ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen – rechtzeitig vor den ersten großen Besucherströmen im Vorfeld der von Marokko gemeinsam mit Spanien und Portugal ausgerichteten Fußball-Weltmeisterschaft 2030.

Quellen: Morocco World News, Yabiladi, The North Africa Post

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