
In Marokko beginnt am 4. Oktober die Jagdsaison 2026/2027. Die Nationale Agentur für Wasser und Forsten (ANEF) hat den Rahmen gemeinsam mit dem Hohen Jagdrat festgelegt und die Saison am Freitag in Marrakesch gemeinsam mit dem Königlich-Marokkanischen Jagdverband offiziell eingeläutet. Die Quoten bleiben nach Angaben der Behörde gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Jagdtourismus im Mittelpunkt
Das Motto der Auftaktveranstaltung lautete „Jagdtourismus in Marokko: Naturreichtum und nachhaltige Entwicklung“. Geleitet wurde sie von ANEF-Generaldirektor Abdelrahim Houmy und Verbandspräsident Ahmed Moussaoui. Im Fokus standen eine engere Zusammenarbeit bei der Ausbildung von Jägern, der Bekämpfung der Wilderei sowie dem Schutz von Lebensräumen und der Artenvielfalt. Ausgezeichnet wurden zudem erfahrene einheimische Jäger, die das jagdliche Erbe weitergeben. Hinzu kamen Praxis-Workshops zur touristischen Jagd und zur Bogenjagd sowie die Vorstellung des Buches „Gibiers emblématiques du Maroc“.
Die Zahlen der vergangenen Saison
In der Saison 2025/2026 gingen über 65.000 marokkanische Jäger auf die Pirsch, hinzu kamen knapp 5.000 ausländische Jagdgäste. Die verpachteten Jagdreviere wuchsen von 1.278 in der Saison 2020/2021 auf 1.737 mit zuletzt fast 4,39 Millionen Hektar Fläche (zuvor 3,35 Millionen). Rund 146 spezialisierte Unternehmen bieten touristische Jagden auf 239 Revieren an. In den verpachteten Gebieten wurden 178.000 Rebhühner ausgesetzt; im Schnitt erlegte ein Jäger pro Jagdtag 1,58 Rebhühner.
Wildschweine und Turteltauben
Auch die Regulierung des Schwarzwilds spielt eine Rolle: Bis zum 15. Juni 2026 wurden 1.414 Wildschweinjagden organisiert, bei denen in der Saison 2025/2026 insgesamt 6.339 Tiere erlegt wurden. Für die Turteltaube ist ein eigener, späterer Starttermin vorgesehen – die Jagd darf erst am 24. Juli 2027 beginnen. Die ANEF betont, die Jagd solle „nachhaltig, verantwortungsvoll und wissenschaftlich begleitet“ erfolgen.
Mit dem Ausbau des Jagdtourismus will Marokko ländliche Regionen wirtschaftlich stärken, ohne die Bestände zu gefährden. Ob die unveränderten Quoten dafür genügen, dürfte sich an den Ergebnissen der kommenden Monate zeigen.
Quellen: Yabiladi, Medi1 News


