Machtkampf in Dschidda: Warum En-Nesyri Al-Ittihad trotz Rauswurf-Plänen nicht verlassen will

Bei Al-Ittihad in Dschidda tobt ein stiller Machtkampf um Youssef En-Nesyri. Der marokkanische Nationalstürmer soll laut mehreren saudischen und marokkanischen Medien nicht mehr in den Plänen von Trainer Jens Fissing für die Saison 2026/27 stehen – doch der 29-Jährige denkt nicht daran, den Klub kampflos zu verlassen.

Der Trainer ist nicht überzeugt

Nach Informationen der saudischen Zeitung „Okaz“ ist es vor allem der deutsche Fußballlehrer Fissing, der an En-Nesyris Zukunft im Verein zweifelt. Der Angreifer habe während des Vorbereitungslehrgangs auf die neue Spielzeit nicht vollständig überzeugt – die sportliche Leitung arbeite bereits daran, sowohl seinen Vertrag zu verkaufen als auch einen neuen ausländischen Mittelstürmer zu verpflichten. Dabei hatte En-Nesyri erst im vergangenen Winter, nach seinem Wechsel von Fenerbahçe, einen langfristigen Vertrag bis 2028 unterschrieben.

En-Nesyri stellt sich quer

Der ehemalige Sevilla-Stürmer selbst sieht seine Zukunft offenbar weiterhin in Saudi-Arabien. Mehrere Angebote, die in den vergangenen Wochen bei Al-Ittihad eingegangen sein sollen, entsprechen laut einer Quelle aus seinem Umfeld nicht seinen sportlichen und finanziellen Erwartungen. Solange sich das nicht ändert, will En-Nesyri offenbar an seinem lukrativen Vertrag festhalten und sich im Kader durchsetzen – ein Patt, das laut marokkanischen Medien wie Hespress und Le Matin für zunehmende Spannungen zwischen Spieler und Vereinsführung sorgt.

Konkretes Interesse soll unter anderem von Maghreb Fez bestehen, das um einen Deal für den Nationalspieler bemüht ist – eine Rückkehr in die heimische Botola würde für En-Nesyri allerdings einen finanziellen und sportlichen Schritt zurück bedeuten und gilt als eher unwahrscheinlich.

Bedeutung für die Atlas-Löwen

Für Marokkos Nationaltrainer ist die Personalie nicht unerheblich: En-Nesyri war über Jahre gesetzter Mittelstürmer der Auswahl und erzielte bei der WM 2022 in Katar das historische Tor zum Halbfinaleinzug. Ein Winter ohne Spielpraxis auf hohem Niveau würde seine Rolle im Nationalteam infrage stellen – Grund genug, warum der Poker um seine Zukunft in Marokko genau verfolgt wird.

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