
Das kanadische Bergbauunternehmen Aya Gold & Silver hat den wirtschaftlichen Wert seines Silber-Gold-Projekts Boumadine im Südosten Marokkos neu berechnet – und die Zahl hat es in sich: Der geschätzte Nettobarwert nach Steuern hat sich auf 3,5 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelt, wie aus einer aktualisierten wirtschaftlichen Vorstudie (Preliminary Economic Assessment) hervorgeht, über die zuletzt auch marokkanische Medien wie Hespress berichteten. Zuvor war das Unternehmen von rund 1,5 Milliarden Dollar ausgegangen.
Höhere Metallpreise treiben die Bewertung
Ausschlaggebend für den Sprung sind vor allem deutlich höhere Annahmen für die Edelmetallpreise: Die neue Studie rechnet mit 3.500 Dollar je Feinunze Gold statt zuvor 2.800 Dollar sowie mit 50 Dollar je Unze Silber statt 30 Dollar. Auch eine verbesserte sogenannte Payability der Metalle – der Anteil, der beim Verkauf tatsächlich vergütet wird – von nun 83 statt 73 Prozent auf Basis erster Abnahmeangebote (Offtake-Vereinbarungen) fließt in die Rechnung ein. Die interne Rendite (IRR) nach Steuern springt dadurch von 47 auf 93 Prozent, die Amortisationszeit der Investition verkürzt sich von 2,1 auf nur noch 0,7 Jahre. Gleichzeitig senkte das Unternehmen die angenommenen Erzgehalte etwas: Gold sinkt von 2,43 auf 1,77 Gramm pro Tonne, Silber von 72,5 auf 63,5 Gramm pro Tonne.
Längere Laufzeit, mehr Silber
Boumadine soll nach der aktualisierten Planung 14 statt bislang 11 Jahre lang betrieben werden. Über die gesamte Laufzeit rechnet Aya Gold & Silver mit rund 2,25 Millionen Feinunzen Gold sowie 81,2 Millionen Unzen Silber – ein Plus von 16 Prozent bei Silber gegenüber der vorherigen Studie – hinzu kommen 422.000 Tonnen Zink und 195.000 Tonnen Blei. Die nötige Anfangsinvestition liegt bei 463 Millionen Dollar, leicht über den zuvor veranschlagten 446 Millionen. Unternehmenschef Benoit La Salle erklärte, man wolle Boumadine „aus dem laufenden Cashflow und über Fremdkapital finanzieren, im Einklang mit unserer langfristigen Strategie, Verwässerung zu minimieren und den Aktionären überlegene Renditen zu liefern“. Eine finale Machbarkeitsstudie (Feasibility Study) wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet.
Zweites Standbein für Aya in Marokko
Boumadine liegt gut 340 Kilometer südöstlich von Rabat und wäre nach der bereits laufenden Zgounder-Mine in der Provinz Taroudant das zweite große Silberprojekt, das Aya Gold & Silver in Marokko betreibt. An Boumadine hält Marokkos staatliches Bergbau- und Kohlenwasserstoffamt ONHYM 15 Prozent, den Rest kontrolliert das kanadische Unternehmen. Für Marokko, das seinen Bergbausektor über Silber, Gold und Basismetalle hinaus diversifizieren will, wäre ein Projekt dieser Größenordnung ein weiterer Baustein, um internationale Investoren für die Rohstoffvorkommen im Anti-Atlas zu gewinnen – vorausgesetzt, die optimistischen Preisannahmen der Studie halten sich auch in den kommenden Jahren.
Quellen: Hespress, MINING.COM, The North Africa Post


