WAFCON 2026: Marokkos Atlas-Löwinnen fordern Titel-Nemesis Südafrika im Viertelfinale

Foto: Mohammed Ayman Nechchad, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Gastgeber Marokko steht vor dem bislang größten Prüfstein der laufenden Frauen-Afrikameisterschaft: Am Samstagabend (22 Uhr Ortszeit) trifft die marokkanische Nationalmannschaft im Viertelfinale der WAFCON 2026 auf Südafrika – jene Mannschaft, die den Atlas-Löwinnen 2022 im eigenen Land den Titel vor der eigenen Kulisse verwehrte. Austragungsort ist erneut das Stade Moulay El Hassan in Rabat.

Ungeschlagen und ohne Gegentor durch die Gruppenphase

Marokko hat sich seinen Platz im Viertelfinale eindrucksvoll erarbeitet: Mit Siegen gegen Kenia und Algerien sowie einem torlosen Remis gegen Senegal beendete die Mannschaft von Trainer Jorge Vilda die Gruppenphase als Tabellenführer der Gruppe A – sieben Punkte, kein Gegentor, drei Spiele ohne Niederlage. Südafrika seinerseits zog als Gruppenzweiter hinter Elfenbeinküste ins Viertelfinale ein.

Revanche für das Finale von 2022

Besondere Brisanz erhält die Partie durch die gemeinsame Vorgeschichte: Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Teams handelte es sich um das WAFCON-Finale 2022, das ebenfalls in Marokko ausgetragen wurde. Damals setzte sich Südafrika mit 2:1 durch und beendete Marokkos Traum vom ersten Titel vor heimischem Publikum. Es ist das erste Duell beider Mannschaften seit jenem Endspiel – für die Atlas-Löwinnen eine seltene Gelegenheit, eine alte Rechnung ausgerechnet vor eigenen Fans zu begleichen.

Die Bedeutung der Partie reicht über den sportlichen Erfolg hinaus: Marokko ist bereits zum dritten Mal in Folge Gastgeber der Frauen-Afrikameisterschaft und hat das Turnier zuletzt maßgeblich zur Professionalisierung des Frauenfußballs im Land genutzt. Ein Weiterkommen ins Halbfinale würde zudem die direkte Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien bedeuten – ein zusätzlicher Ansporn für beide Mannschaften.

Turnier mit Rekordbeteiligung

Die laufende Ausgabe der WAFCON ist zugleich die bislang größte ihrer Geschichte: Erstmals nehmen 16 statt zuvor 12 Mannschaften teil, ausgetragen an fünf Spielorten in Rabat und Casablanca. Ursprünglich für März/April 2026 angesetzt, war das Turnier wegen organisatorischer Schwierigkeiten auf Ende Juli verschoben worden, nachdem zwischenzeitlich sogar über eine Verlegung nach Südafrika spekuliert worden war.

Sollte Marokko am Samstag bestehen, würde im Halbfinale voraussichtlich der Sieger der Partie zwischen Nigeria – Rekordtitelträger mit zehn Titeln – und einem weiteren Viertelfinalisten warten.

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