
Der türkische Erstligist Fenerbahçe ist am Freitag von der FIFA mit einer vorübergehenden Transfersperre über drei Wechselperioden belegt worden. Grund ist eine ausstehende Rate aus dem Ablösegeschäft, mit dem der Verein 2024 den marokkanischen Nationalstürmer Youssef En-Nesyri vom FC Sevilla verpflichtet hatte. Der Klub reagierte umgehend und kündigte an, die geforderte Summe noch am Montag zu überweisen, um die Sperre wieder aufheben zu lassen.
Rate für Sevilla-Wechsel blieb aus
Fenerbahçe hatte En-Nesyri im Sommer 2024 für rund 19,5 Millionen Euro von Sevilla verpflichtet, zahlbar in acht Raten über vier Jahre. Laut übereinstimmenden türkischen Medienberichten blieb eine am 30. April fällige Rate unbezahlt. Sevilla beschwerte sich daraufhin bei der FIFA, woraufhin der Weltverband nicht nur die Begleichung des offenen Betrags anordnete, sondern zusätzlich die eigentlich erst für den 31. Oktober vorgesehene nächste Rate vorzeitig fällig stellte. Weil beide Zahlungen ausblieben, wurde der Klub in die FIFA-Sperrliste für Neuverpflichtungen aufgenommen. Für Fenerbahçe war En-Nesyri in seiner Zeit im gelb-dunkelblauen Trikot alles andere als ein Randspieler: In 79 Pflichtspielen erzielte der Angreifer 38 Tore und legte 8 weitere auf.
Fenerbahçe kündigt schnelle Lösung an
In einer offiziellen Stellungnahme bezeichnete Fenerbahçe die Sperre als „vorübergehend“ und rein administrativer Natur. Der ausstehende Betrag solle „am Montag“ nach Rückkehr der Vereinsverantwortlichen ins Büro an Sevilla überwiesen werden, was die Sperre automatisch beenden werde. Der Klub betonte, die Angelegenheit habe keine Auswirkungen auf die Planungen für das Winter-Transferfenster im Januar. Zusätzlich steht Fenerbahçe wegen einer im Juli verhängten UEFA-Geldstrafe von 7 Millionen Euro für die Überschreitung von Kaderkostenobergrenzen in der Kritik, gegen die der Verein Einspruch angekündigt hat.
En-Nesyri längst in Saudi-Arabien
Mit dem eigentlichen sportlichen Werdegang von Youssef En-Nesyri hat der Streit nur noch am Rande zu tun: Der 29-Jährige hatte Fenerbahçe bereits im vergangenen Winter-Transferfenster für rund 15 Millionen Euro in Richtung Al-Ittihad Djidda verlassen. Bei den Saudis war der Angreifer zuletzt selbst in einen Machtkampf um seine Zukunft verwickelt und wollte den Klub trotz Berichten über Rauswurf-Pläne der Vereinsführung nicht verlassen. Mit der jetzigen Zahlungsstreitigkeit zwischen Fenerbahçe und Sevilla hat En-Nesyri nach übereinstimmenden Berichten persönlich nichts zu tun – eine eigene Stellungnahme des Stürmers dazu liegt bislang nicht vor. Der Fall zeigt jedoch beispielhaft, wie finanzielle Nachwehen eines Transfers noch Jahre später handfeste sportliche Konsequenzen für einen Verein haben können, auch wenn der betroffene Spieler längst weitergezogen ist.
Quellen: Türkiye Today, OneFootball, Goal.com


