965.832 Tonnen: Marokkos Küstenfischerei landet 19 Prozent mehr Fang an

Dicht gedrängte blaue Fischerboote im Hafen von Essaouira
Foto: Mustang Joe, Lizenz CC0 1.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Küsten- und Handwerksfischerei hat in den ersten neun Monaten des Jahres deutlich mehr Fang an Land gebracht als im Vorjahr. Nach Angaben des Nationalen Fischereiamts (ONP) wurden bis Ende September 965.832 Tonnen angelandet – ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025.

Menge wächst stärker als der Wert

Der Wert der Anlandungen stieg dagegen nur um 6 Prozent auf knapp 8,7 Milliarden Dirham, nach rund 8,2 Milliarden Dirham im Vorjahreszeitraum. Der Mengenzuwachs schlägt sich damit nur teilweise in höheren Erlösen nieder – ein Hinweis darauf, dass vor allem preisgünstigere Arten zulegten.

Tatsächlich dominieren die Kleinen Pelagischen, zu denen etwa die Sardine zählt: Sie machen mit 812.567 Tonnen den Großteil der Anlandungen aus und legten um 25 Prozent zu. Kopffüßer wie Tintenfisch und Kalmar kamen auf 49.383 Tonnen (plus 7 Prozent). Weißfisch ging um 13 Prozent auf 79.185 Tonnen zurück, Algen um 12 Prozent auf 19.066 Tonnen. Bei Schalentieren brachen die Anlandungen mit 166 Tonnen um 74 Prozent ein.

Atlantikhäfen tragen die Bilanz

Fast der gesamte Fang entfällt auf die Atlantikküste: Dort wurden 952.355 Tonnen angelandet, 19 Prozent mehr als zuvor, bei einem um 7 Prozent höheren Wert von über 8,16 Milliarden Dirham. In den Mittelmeerhäfen zwischen Tanger und Saïdia waren es lediglich 13.477 Tonnen (plus 7 Prozent). Dort sank der Wert sogar um 10 Prozent auf 519,8 Millionen Dirham, weil die wertvollen Kopffüßer um 16 Prozent auf 3.697 Tonnen zurückgingen, während Pelagische (plus 33 Prozent auf 6.026 Tonnen) und Weißfisch (plus 28 Prozent auf 2.663 Tonnen) mengenmäßig zulegten.

Erholung nach schwachen Jahren

Die Zahlen passen zum Bild, das sich bereits in den vergangenen Wochen abzeichnete: Zuletzt hatten schon die Sardinenanlandungen kräftig zugelegt, nachdem Engpässe und Preisdruck den Markt belastet hatten. Ob die Erholung der Bestände von Dauer ist, bleibt offen – der starke Anstieg bei den Pelagischen bei zugleich rückläufigem Weißfisch und Schalentieren zeigt, dass die Entwicklung je nach Art sehr unterschiedlich verläuft.

Quellen: Médias24, La Vie éco, Hespress FR

Nach oben scrollen