
Marokko will seine Wasserspeicher weiter massiv ausbauen: Bis Ende 2027 soll die gesamte Stauraumkapazität des Landes mehr als 24 Milliarden Kubikmeter erreichen. Das geht aus der Begründung zum Entwurf des Finanzgesetzes 2027 hervor, über die das Nachrichtenportal Hespress berichtet.
Acht Großstaudämme seit 2020 fertiggestellt
Seit 2020 wurden demnach acht große Staudämme mit einer zusätzlichen Kapazität von 1,89 Milliarden Kubikmetern abgeschlossen. Fünf weitere Anlagen mit zusammen 746 Millionen Kubikmetern gingen früher als geplant in Betrieb. Zusammengerechnet entspricht das rund 2,64 Milliarden Kubikmetern an neuem Stauraum.
Weitere 14 Großstaudämme befinden sich derzeit im Bau, bei sechs mittelgroßen Anlagen haben die Arbeiten begonnen. Für 2027 sind ein zusätzlicher Großstaudamm sowie die Erweiterung eines bestehenden Damms vorgesehen.
Kleine Dämme, Bohrungen und Wassertransfers
Im Programm 2022 bis 2027 sind außerdem 155 kleine und Hangdämme geplant. Davon sind bislang 24 fertiggestellt, 32 weitere im Bau. Zur Erkundung von Grundwasser wurden zwischen 2020 und 2025 insgesamt 5.059 Sondierungsbohrungen niedergebracht.
Zur Absicherung der Trinkwasserversorgung setzt die Regierung zudem auf Verbundsysteme: Eine Leitung zwischen den Stauseen Oued El Makhazine und Dar Khrofa soll die Versorgung der Stadt Tanger sichern, das Transfersystem Sebou-Bouregreg die Region Rabat und Casablanca.
Kontrolle der Wasserqualität und neue Verteilregeln
Darüber hinaus will die Regierung ein System zur Überwachung der Wasserqualität in Echtzeit aufbauen und die Regeln überarbeiten, nach denen Wasser aus den Stauseen verteilt wird. Konkrete Details dazu nennt das Dokument nicht.
Der Ausbau steht im Kontext der jüngsten Entwicklung: Nach den Regenfällen der vergangenen Monate haben sich Marokkos Stauseen deutlich erholt, doch Fachleute mahnen, dass die Wasserknappheit strukturell bleibt. Neben neuen Dämmen setzt das Land deshalb auch auf Meerwasserentsalzung und Verbundleitungen zwischen den Flussbecken.
Quellen: Hespress English


