Brasilien liefert über 90 Prozent: Marokko schöpft Rinder-Importquote von 300.000 Tieren aus

Nelore-Rinder weiden an einer Küste in Brasilien (Symbolbild)
Foto: Vinicius Cruz, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko hat 2026 den Großteil seiner Schlachtrinder aus Brasilien eingeführt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums, über die Hespress berichtet, stammten mehr als 90 Prozent der importierten Tiere aus dem südamerikanischen Land. An den Einfuhren beteiligten sich in diesem Jahr 37 Unternehmen.

Schwankende Mengen, Quote ausgeschöpft

Im Schnitt kamen monatlich rund 24.000 Tiere ins Land, die Mengen schwankten jedoch stark: Im Juni und Juli wurden mehr als 44.000 Rinder eingeführt, im August und September nur etwa 17.000. Die zollfreie Importquote für 2026 lag bei 300.000 Tieren und ist inzwischen aufgebraucht. Die Lieferanten wurden darüber informiert, dass sie am 15. Oktober 2026 endete.

Die Zölle und die Mehrwertsteuer auf Einfuhren innerhalb der Quote sind laut Dekret Nr. 2.25.720 vom 29. August 2025 sowie Artikel 2 des Finanzgesetzes Nr. 50.25 noch bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt. Eine Vorabgenehmigung war für die Einfuhr nicht nötig; die Befreiungsanträge liefen über die Plattform PORTNET, wurden nach Ministeriumsangaben in weniger als 24 Stunden bearbeitet und galten jeweils einen Monat.

Portugal als mögliche neue Quelle

Im Oktober zogen die Bestellungen wieder an, nachdem sich der portugiesische Markt für marokkanische Käufer geöffnet hatte. Das Ministerium sieht in Portugal wegen der geografischen Nähe eine mögliche zusätzliche Bezugsquelle. Die Dominanz Brasiliens erklärt die Behörde mit dem größeren Tierangebot als in europäischen Märkten.

Antwort auf Dürrejahre

Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf mehrere Dürrejahre, die den Viehbestand schrumpfen ließen und über knappes Futter die Kosten und die Fleischpreise in die Höhe trieben. Hinzu kam, dass manche Landwirte weibliche Tiere schlachteten, wodurch das Angebot im Inland weiter sank. Nach Darstellung des Ministeriums haben die Importe dazu beigetragen, die Versorgung mit rotem Fleisch zu sichern und die Preise zu „stabilisieren“.

Wie es nach dem Auslaufen der Quote weitergeht, ist in dem Bericht nicht angegeben. Die Zollbefreiung für Einfuhren innerhalb der Quote gilt formal bis Jahresende.

Quellen: Hespress English

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