Handel zwischen Marokko und Großbritannien wächst um 16,7 Prozent

Der Hafen Tanger Med, einer der wichtigsten Umschlagplätze für Marokkos Außenhandel

Der Handel zwischen Marokko und dem Vereinigten Königreich hat im Zeitraum von April 2025 bis März 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Der Gesamtwert des grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungshandels zwischen beiden Ländern überschritt erstmals die Marke von 5,3 Milliarden Pfund Sterling – ein Zuwachs von 16,7 Prozent innerhalb eines einzigen Jahres. Marokko liegt damit zwar erst auf Platz 47 der Handelspartner des Vereinigten Königreichs und macht lediglich 0,3 Prozent von dessen Außenhandel aus, doch die Wachstumsdynamik gilt als bemerkenswert.

Getragen wird der Anstieg vor allem von deutlich gestiegenen britischen Exporten nach Marokko, die um 29,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Pfund zulegten. Rohöl bildet dabei mit rund 630,6 Millionen Pfund die mit Abstand größte Warengruppe unter den britischen Exporten nach Marokko, gefolgt von Metallerzen und -abfällen (315,7 Millionen Pfund, plus 48,1 Prozent), mechanischen Maschinen (219,4 Millionen Pfund) und raffiniertem Erdöl (197,3 Millionen Pfund). Die marokkanischen Importe aus Großbritannien wuchsen im Vergleich dazu moderater um 6,3 Prozent auf 2,7 Milliarden Pfund.

Auf marokkanischer Seite bleibt der Agrarsektor der wichtigste Exportmotor: Obst- und Gemüseexporte legten um 13,8 Prozent auf 644,4 Millionen Pfund zu und machen damit mehr als ein Drittel aller marokkanischen Warenexporte auf die britischen Inseln aus. Daneben behaupten sich elektrische Zwischenprodukte (386,9 Millionen Pfund) sowie in Marokko montierte Fahrzeuge, deren Exporte um 13,3 Prozent auf 153,2 Millionen Pfund stiegen.

Auch der Dienstleistungssektor spielt eine bedeutende Rolle und macht rund 29 Prozent des gesamten bilateralen Handels aus. Besonders die touristische Anziehungskraft Marokkos schlägt hier zu Buche: Ausgaben britischer Reisender für Geschäfts- und Urlaubsreisen nach Marokko erreichten 717 Millionen Pfund, ein Plus von 3,9 Prozent. Insgesamt zeichnet sich damit ein zunehmend integriertes Wirtschaftsverhältnis zwischen beiden Ländern ab, das sich seit dem Brexit kontinuierlich vertieft hat.

Quelle: Le360

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