Immobilienmarkt erholt sich: Transaktionen steigen im zweiten Quartal um 11 Prozent

Wohnhäuser und Dächer in Casablanca mit der Hassan-II.-Moschee im Abendlicht (Symbolbild)
Foto: elchicogris, Lizenz CC BY-SA 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokkos Immobilienmarkt hat sich im zweiten Quartal 2026 spürbar erholt – allerdings von einem tiefen Einbruch zu Jahresbeginn aus. Nach den Daten der Immobilienstatistik stieg die Zahl der Transaktionen insgesamt um 11 Prozent, die Preise legten gegenüber dem Vorquartal um 0,7 Prozent zu.

Vom Einbruch zur Stabilisierung

Im ersten Quartal 2026 waren die Umsätze massiv eingebrochen: Bei Wohnimmobilien fiel die Zahl der Verkäufe um 38,4 Prozent, bei Grundstücken um 46 Prozent und bei Gewerbeimmobilien um 40,2 Prozent. Vor diesem Hintergrund fällt die Bilanz des Folgequartals deutlich freundlicher aus. Wohnimmobilien verzeichneten ein Transaktionsplus von 6,3 Prozent, Grundstücke von 21,8 Prozent und Gewerbeobjekte von 23,5 Prozent.

Die Preise stiegen bei Wohnimmobilien um 1 Prozent, bei Grundstücken um 0,6 Prozent und bei Gewerbeimmobilien um 0,4 Prozent. Wohnungen verteuerten sich im Quartalsvergleich um 1 Prozent (im Jahresvergleich um 1,1 Prozent), Häuser um 0,3 Prozent und Villen um 3,3 Prozent. Im Jahresvergleich liegen Häuser mit 0,7 Prozent und Villen mit 0,3 Prozent allerdings noch leicht im Minus.

Große regionale Unterschiede

Die Entwicklung verläuft je nach Stadt sehr unterschiedlich. Die stärksten Preisanstiege meldete Tanger mit 2,3 Prozent, gefolgt von Rabat mit 1,9 Prozent. In Casablanca und Marrakesch zogen die Preise jeweils um 0,5 Prozent an. Bei den Transaktionen lagen Rabat (plus 61,2 Prozent) und Marrakesch (plus 18,3 Prozent) vorn.

Kredite und Wohnbauförderung stützen die Nachfrage

Die Haushaltskredite beliefen sich auf 403,4 Milliarden Dirham, ein Plus von 3,3 Prozent im Jahresvergleich; die Wohnbaukredite wuchsen um 2,6 Prozent. Die sogenannte partizipative Finanzierung, also islamkonforme Bankprodukte, legte um 17,1 Prozent auf 32,1 Milliarden Dirham zu. Zusätzlich profitierten bis Anfang Juni mehr als 105.000 Menschen von der staatlichen Direkthilfe für den Wohnungskauf; 52 Prozent der Empfänger waren jünger als 40 Jahre, 24 Prozent lebten im Ausland.

Der Analyst Mohamed Ben Seddik sprach laut Hespress von einer „allmählichen Rückkehr der Liquidität“, betonte aber, die Zahlen seien „weitgehend eine Erholung gegenüber dem ersten Quartal“. Ob daraus ein nachhaltiger Aufschwung wird, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen – auch angesichts des seit Jahren knappen bezahlbaren Wohnraums für die Mittelschicht.

Quellen: Hespress English, Barlamantoday

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