
Nach einer erneuten Erhöhung der Kraftstoffpreise hat eine Koordination von vier marokkanischen Gewerkschaften des Güterkraftverkehrs die Regierung scharf kritisiert. In einer Mitteilung, die auf die jüngste Preiserhöhung vom vergangenen Montag reagierte, warf die Koordination der Regierung vor, sich von ihren Zusagen zur Fortführung und Regelmäßigkeit der Ausgleichshilfen zurückzuziehen – und zwar solange der Dieselpreis oberhalb der Schwelle von 12 Dirhamn liegt.
Die Gewerkschaften forderten die „dringende“ Auszahlung von vier ausstehenden Hilfstranchen für die Monate Juni und Juli ein, die den Angaben zufolge den Transportunternehmern und Beschäftigten der Branche zustehen. Die Verzögerung dieser Zahlungen dränge zahlreiche Unternehmer und Arbeitnehmer der Branche an den Rand des finanziellen Ruins, heißt es in der Mitteilung weiter. Dies habe bereits dazu geführt, dass ein erheblicher Teil von ihnen das Land verlassen habe oder dies in Erwägung ziehe.
Die wiederholten Kraftstoffpreis-Erhöhungen der vergangenen Monate treffen insbesondere den Güterkraftverkehr hart, der aufgrund niedriger Margen empfindlich auf Schwankungen bei den Betriebskosten reagiert. Ausgleichszahlungen des Staates an die Branche gelten seit Jahren als eines der zentralen Instrumente, um die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors bei volatilen Weltmarktpreisen für Rohöl zu sichern.
Bislang hat sich die Regierung öffentlich nicht im Detail zu den Forderungen der Gewerkschaftskoordination geäußert. Die Auseinandersetzung reiht sich in eine Serie wiederkehrender Spannungen zwischen dem Transportgewerbe und den zuständigen Ministerien um Zeitpunkt und Umfang staatlicher Ausgleichszahlungen ein.
Quelle: L’Information


