
Marokkos Regierung stockt die Sonderhilfe für Transportunternehmer erneut auf. Wie das Ministerium für Transport und Logistik am Freitag mitteilte, wird der Betrag der laufenden Hilfstranche erhöht, damit die Unterstützung mit dem Anstieg der Kraftstoffpreise Schritt hält. Die Auszahlungen sollen in der kommenden Woche beginnen.
Was das Ministerium mitteilt
Nach Angaben des Ministeriums geht es um die Tranche, für die sich Betriebe seit dem 24. September anmelden können. Die Regierung hatte beschlossen, die „außerordentliche Direkthilfe“ für Fachleute im Straßenpersonen- und Güterverkehr fortzusetzen. Damit der Wert der Hilfe „in Einklang mit dem Anstieg der Kohlenwasserstoffpreise“ bleibe, sei nun entschieden worden, den Betrag dieser Tranche anzuheben. Konkrete Summen nannte das Ministerium in der Mitteilung nicht, auch eine Aufschlüsselung nach Fahrzeugkategorien liegt bislang nicht vor.
Die Anmeldung läuft über die elektronische Plattform mouakaba.transport.gov.ma, die bereits für frühere Tranchen genutzt wurde. Berechtigt sind Betreiber im gewerblichen Straßentransport von Personen und Waren.
Eine Hilfe, die den Preisen folgt
Die neue Tranche war am 22. September angekündigt worden und deckt einen Zeitraum von 30 Tagen ab. Die Regierung begründete sie mit den anhaltend steigenden internationalen Kraftstoffpreisen infolge geopolitischer Spannungen. Zugleich erklärte sie, den Sektor weiter zu begleiten – abhängig davon, wie schnell die internationalen Preise steigen. Die Hilfe soll nach offizieller Lesart auch dazu beitragen, die Transportkosten und damit die Preise von Konsumgütern zu stabilisieren.
Das Programm ist keine Neuheit: Schon im Juni hatte das Ministerium die Fortsetzung der Direkthilfe verkündet, um die Folgen der anhaltenden Verteuerung von Erdölprodukten abzufedern. Damals galt die Tranche für den Zeitraum vom 16. bis 31. Mai, die Anmeldung begann am 9. Juni. Die jetzige Aufstockung zeigt, dass die Regierung die Hilfe an die Marktlage anpasst, statt feste Beträge beizubehalten.
Warum das über die Branche hinaus zählt
Der Straßentransport ist das Rückgrat der marokkanischen Warenverteilung: Lebensmittel, Baustoffe und Industriegüter erreichen ihre Abnehmer überwiegend per Lkw, und Busse und Taxis sichern die Mobilität im ganzen Land. Steigen die Dieselpreise, schlägt sich das schnell in den Frachtkosten nieder. Die Direkthilfe soll verhindern, dass Betreiber diese Kosten vollständig an Kunden und Fahrgäste weitergeben müssen.
Offen bleibt, wie hoch die Aufstockung tatsächlich ausfällt und wie lange die Regierung das Programm fortführen will. Beides dürfte sich klären, sobald die Auszahlungen anlaufen.
Quellen: Le360, Hespress FR, ConsoNews


