Lecornu in Rabat: Frankreich und Marokko besiegeln 14 neue Kooperationsabkommen

Mit einer Delegation aus zwölf Ministern ist der französische Premierminister Sébastien Lecornu Mitte Juli nach Rabat gereist, um die 15. Ausgabe des hochrangigen französisch-marokkanischen Konsultationstreffens zu leiten. Am Ende der Gespräche standen 14 Kooperationsabkommen in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Migration und Verteidigung – ein deutliches Signal für die Tiefe der Partnerschaft zwischen beiden Ländern.

Ein „außergewöhnlicher Freundschaftsvertrag“?

Bei seinem offiziellen Besuch sprach Lecornu von einem künftigen „Freundschaftsvertrag außerhalb der Norm“ zwischen Frankreich und Marokko – eine ungewöhnlich emphatische Formulierung für ein Verhältnis, das in den vergangenen Jahren zeitweise von Spannungen geprägt war, etwa im Streit um die Westsahara-Politik Frankreichs oder um Visa-Beschränkungen. Das Treffen in Rabat sollte laut französischen Regierungsangaben zwei Ziele erfüllen: die gewissenhafte Umsetzung der 2024 eingegangenen Verpflichtungen zu überprüfen und neue Projekte im Vorfeld eines geplanten Staatsbesuchs von König Mohammed VI. in Frankreich anzustoßen.

RER-Linie, Kultur und mehr

Zu den unterzeichneten Abkommen zählt laut Berichten unter anderem ein Projekt für eine RER-Schnellbahnlinie in der Region Rabat sowie mehrere Vereinbarungen im Kulturbereich. Die genaue Aufschlüsselung aller 14 Abkommen wurde nicht vollständig veröffentlicht, doch die thematische Bandbreite – von Sicherheitskooperation über Migrationsfragen bis zu Verteidigungsprojekten – unterstreicht den Anspruch beider Regierungen, die Beziehungen auf möglichst vielen Ebenen gleichzeitig zu vertiefen.

Warum das für Marokko zählt

Frankreich bleibt einer der wichtigsten Wirtschafts- und Investitionspartner Marokkos sowie einer der bedeutendsten europäischen Fürsprecher in der Sahara-Frage. Ein Ausbau der Zusammenarbeit kurz vor einem möglichen Staatsbesuch des Königs in Paris signalisiert, dass beide Seiten an einer sichtbaren Aufwertung der bilateralen Beziehungen interessiert sind – auch als Gegengewicht zu jenen EU-Regularien, die laut marokkanischen Wirtschaftsvertretern zuletzt Häfen, Banken, die Automobilbranche und das Offshoring-Geschäft im Königreich belastet haben.

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