347 Millionen Euro gegen die Wasserkrise: Internationale Geber unterstützen Marokkos neue Wasserstrategie

Vier internationale Geldgeber mobilisieren gemeinsam 347,39 Millionen Euro, um Marokko bei der Modernisierung seiner nationalen Wasserpolitik zu unterstützen. Das Programm ist eine direkte Antwort auf die strukturelle Wasserknappheit, die das Königreich nach mehreren aufeinanderfolgenden Dürrejahren zunehmend unter Druck setzt.

Wer zahlt was

Die Finanzierung basiert auf einem Co-Finanzierungsmodell: Die französische Entwicklungsagentur AFD, die italienische Cassa Depositi e Prestiti (CDP) und die deutsche Förderbank KfW steuern jeweils einen souveränen Kredit über 100 Millionen Euro bei. Hinzu kommt ein Zuschuss der Europäischen Union in Höhe von 46,9 Millionen Euro, der treuhänderisch von der AFD verwaltet wird, sowie ein zusätzlicher AFD-Zuschuss von 0,4 Millionen Euro. Insgesamt ergibt sich damit ein Finanzierungspaket von rund 347,39 Millionen Euro beziehungsweise umgerechnet etwa 3,7 Milliarden Dirham.

Vier Prioritäten

Das Programm konzentriert sich nach Angaben der beteiligten Institutionen auf vier Schwerpunkte: eine bessere Kenntnis der Wasserressourcen angesichts des Klimawandels, eine gestärkte Steuerung von Extremereignissen wie Dürren und Überschwemmungen, den Schutz des Grundwassers sowie den Ausbau institutioneller Kapazitäten im Wassersektor. Die Umsetzung soll nach aktuellem Zeitplan Mitte September 2026 beginnen.

Ein Land im Wasserstress

Marokko zählt zu den Ländern, die von der Weltbank als „wasserarm“ eingestuft werden, mit einem verfügbaren Wasservolumen von deutlich unter 1.000 Kubikmetern pro Kopf und Jahr. Die vergangenen Dürrejahre haben die Füllstände zahlreicher Stauseen im Land teils drastisch sinken lassen und die Landwirtschaft, die einen erheblichen Teil der marokkanischen Wirtschaft trägt, unter Druck gesetzt. Die Regierung hatte bereits im Haushaltsgesetz 2026 angekündigt, ihre Wasserstrategie deutlich auszubauen – das nun besiegelte internationale Finanzierungspaket liefert dafür einen wesentlichen Teil der notwendigen Mittel.

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