Erster Großspeicher des Landes: OCP nimmt Batteriesystem in Benguerir in Betrieb

Industrieller Batteriespeicher in Containerbauweise (Symbolbild)
Foto: Kecko, Lizenz CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der marokkanische Phosphatkonzern OCP hat in Benguerir das nach eigenen Angaben erste großtechnische Batteriespeichersystem des Landes in Betrieb genommen. Die Anlage von OCP Green Energy speichert tagsüber erzeugten Solarstrom und speist ihn während der Spitzenlastzeiten in die industriellen Anlagen des Konzerns ein – ein Schritt, der die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien besser mit dem kontinuierlichen Strombedarf der Minen- und Düngerproduktion in Einklang bringen soll.

25 Megawatt Leistung, fünf Stunden Kapazität

Das System verfügt über eine Leistung von 25 Megawatt und eine Speicherkapazität von 125 Megawattstunden, was einer Entladedauer von rund fünf Stunden entspricht. Es basiert auf Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) und ergänzt die bestehenden Solaranlagen von OCP in Foum Tizi und Oulad Fares in der Region Khouribga, die den Bergbaustandort Benguerir mit Strom versorgen. Nach Unternehmensangaben soll der Speicher die Stromkosten des Standorts während der Spitzenlastzeiten um bis zu 25 Prozent senken, da teurer Netzstrom durch zuvor gespeicherten Solarstrom ersetzt wird.

Die Investition beläuft sich auf umgerechnet rund 18 Millionen US-Dollar (etwa 170 Millionen Dirham). Der Technologielieferant Envision hatte den entsprechenden Vertrag Ende 2025 unterzeichnet, die Ausrüstung wurde im vierten Quartal 2025 bestellt und im September 2026 in Betrieb genommen. An der Entwicklung des verwendeten LFP-Materials war auch die Mohammed-VI-Polytechnische Universität beteiligt. Zusätzliche internationale Klimafinanzierung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar kam über den Clean Technology Fund und die Afrikanische Entwicklungsbank.

Baustein der OCP-Energiestrategie

Omar Kadiri, Generaldirektor von OCP Green Energy, erklärte, Speichertechnologie sei „die natürliche Fortsetzung unserer Energiestrategie“ und erlaube es dem Konzern, „die schwankende Erzeugung erneuerbarer Energien mit dem kontinuierlichen Bedarf unserer industriellen Standorte in Einklang zu bringen“. OCP verfolgt seit Jahren das Ziel, seine energieintensive Phosphat- und Düngerproduktion weitgehend auf erneuerbare Energien umzustellen, um sowohl Kosten als auch CO2-Emissionen zu senken.

Der Batteriespeicher in Benguerir gilt als Pilotprojekt für weitere Anlagen dieser Art an anderen OCP-Standorten. Sollte sich das Konzept bewähren, könnte die Technologie perspektivisch auf zusätzliche Bergbau- und Verarbeitungsstätten des Konzerns übertragen werden, um dort ebenfalls Solar- und Windstrom rund um die Uhr verfügbar zu machen. Für Marokko insgesamt ist das Projekt ein weiteres Signal, dass Speichertechnologien im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung gewinnen – sowohl für Industrieunternehmen als auch potenziell für das nationale Stromnetz.

Quellen: Morocco World News, Hespress Français, Le Desk

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