„Ich bin zu 100 Prozent bei ihnen“: Mbappé erklärt umstrittene Sebta-Trikot-Geste

Das Santiago-Bernabéu-Stadion von Real Madrid bei einem Champions-League-Spiel
Foto: Zoser, Lizenz CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Real-Madrid-Star Kylian Mbappé hat sich zur Kontroverse um ein Solidaritäts-Trikot für Ceuta (Sebta) geäußert, das er beim La-Liga-Spiel gegen Elche am 15. September nur teilweise trug. Zusammen mit seinen Teamkollegen Vinícius Júnior und Ibrahima Konaté hatte er die Botschaft „Wir sind alle Makrelen“ – ein Spitzname für die Bewohner von Ceuta, Teil des Slogans „Unsere Stadt, unsere Heimat“ – beim Aufwärmen verdeckt. Das von Gegner Elche initiierte und von Real Madrid übernommene Solidaritätsprojekt hatte damit nicht die volle Sichtbarkeit erhalten, was Kritik von Fans, Journalisten und La-Liga-Präsident Javier Tebas nach sich zog.

„Ich bin zu 100 Prozent bei ihnen“ – aber auch bei den Migranten

In einem Interview mit der spanischen Zeitung „AS“ erklärte Mbappé nun seine Beweggründe. „Ich stehe voll und ganz in Solidarität mit Ceuta und mit allen Opfern. Denn bevor ich Spieler bin, bin ich ein Mensch“, sagte er. Zugleich habe er mit der Geste auch an die Migranten erinnern wollen, die auf der Überfahrt ums Leben kamen oder unter harten Bedingungen leben: „Ich wollte auch eine Geste und einen Gedanken an all die Migranten richten, die ihr Leben verloren haben und die ebenfalls unter harten Bedingungen leben.“ Gegen die Bewohner Ceutas habe sich die Aktion nie gerichtet: „Ich habe nichts gegen sie, und ich unterstütze sie zu 100 Prozent – meine Gedanken sind bei ihnen. Aber ich wollte auch an die Menschen denken, die leiden.“

Kritik von Tebas, Rückendeckung durch den Kontext

La-Liga-Chef Tebas hatte moniert, die Aktion sei eine institutionelle Initiative der Liga gewesen und kein Raum für individuelle Botschaften der Spieler. Hintergrund der aufgeladenen Stimmung ist der Massenandrang von Migranten an der marokkanisch-spanischen Grenze bei Ceuta Ende Juli, bei dem nach Behördenangaben mehr als 70.000 Menschen versuchten, die Grenze zu überqueren – ein Ereignis, das die politischen Spannungen zwischen Spanien und Marokko über Migration, Grenzsicherung und den Status der Exklave seither prägt. Erst am Vortag hatte das Europäische Parlament eine kontroverse Resolution zur Migrationskrise verabschiedet, gegen die Marokko offiziell protestierte.

Mbappé selbst wollte die Debatte entschärfen: „Ich bin jemand, der das Beste für die Welt will, in der wir leben. Ich versuche, eine Botschaft der Positivität und des Friedens zu senden.“ Vereinsintern hat Real Madrid nach Medienberichten inzwischen klargestellt, an der grundsätzlichen Unterstützung für die Ceuta-Kampagne festzuhalten.

Quellen: Hespress English, Euronews

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