
Der Rohstoffkonzern Red Rock Mining will in den kommenden fünf Jahren rund 200 Millionen Dirham (umgerechnet etwa 20 Millionen US-Dollar) in die Erkundung von zwei Kupferprojekten im westlichen Anti-Atlas investieren. Wie das Unternehmen und mehrere marokkanische Wirtschaftsmedien Mitte September 2026 berichteten, betrifft das Programm die Lizenzgebiete Akka und Adrar Oumlal, die über die Tochtergesellschaft Idelsane Mining SA in der Region Ouarzazate gehalten werden. Beide Gebiete liegen in einem Teil Südmarokkos, der wegen seiner geologischen Vielfalt seit Jahren im Fokus internationaler Explorationsfirmen steht.
25 Schürflizenzen für zwei Kupferdistrikte
Red Rock Mining verfügt nach eigenen Angaben über insgesamt 25 Bergbaulizenzen, die sich auf die beiden Projektgebiete verteilen. Bei Akka bestätigten erste Bohrungen die Fortsetzung mehrerer kupferführender Gesteinsstrukturen unter der Oberfläche. In Adrar Oumlal wiesen geologische, geophysikalische und geochemische Untersuchungen neben Kupfer auch Anzeichen für Gold, Silber, Blei und Zink nach. Die bisherigen Arbeiten – Luftgeophysik, geologische Kartierung sowie erste Bohrkampagnen – hätten laut Unternehmensangaben mehrere neue, bislang nicht untersuchte Zielstrukturen für die weitere Exploration identifiziert.
Fünfjahresplan mit stufenweiser Ausweitung
Das nun angekündigte Investitionsprogramm sieht ein mehrstufiges Vorgehen vor: Auf ausgeweitete geologische, geophysikalische und geochemische Untersuchungen soll eine intensivere Bohrphase folgen, mit dem Ziel, belastbare Ressourcenschätzungen nach internationalen Standards zu erstellen. Ob sich die bislang identifizierten Kupfervorkommen am Ende auch wirtschaftlich abbauen lassen, muss laut Red Rock Mining erst die weitere Exploration zeigen – die Größe und Wirtschaftlichkeit der Lagerstätten gelten derzeit noch als offen. Das Unternehmen kündigte zudem an, bei Zulieferern und Dienstleistern verstärkt auf lokale marokkanische Anbieter setzen und Ausbildungsprogramme für einheimisches Fachpersonal im Bergbausektor auflegen zu wollen.
Neuer Rohstoff-Hub im Süden Marokkos?
Der Vorstoß von Red Rock Mining reiht sich in eine Reihe von Explorationsprojekten internationaler Rohstoffkonzerne im Anti-Atlas ein, den marokkanische Wirtschaftsmedien zunehmend als aufstrebenden Standort für strategische Metalle wie Kupfer beschreiben. Bereits Ende 2023 hatte Red Rock Mining in derselben Region eine Kupferlagerstätte mit nach eigenen Angaben „enormem“ Potenzial gemeldet. Sollten sich die aktuellen Explorationsergebnisse bei Akka und Adrar Oumlal bestätigen, könnte das südmarokkanische Bergbaurevier um Ouarzazate mittelfristig an Bedeutung für die nationale Rohstoffstrategie gewinnen, die bislang vor allem vom Phosphatriesen OCP dominiert wird. Für Marokko, das seine Wirtschaft seit Jahren gezielt über Rohstoffe hinaus diversifiziert, wären zusätzliche verlässliche Kupfervorkommen ein weiterer Baustein, um internationale Investoren aus der Batterie- und Elektronikindustrie anzuziehen, die zunehmend auf sichere, außerhalb Chinas gelegene Lieferketten für strategische Metalle setzen.
Quellen: Hespress English, La Vie Éco, 7News.ma


