
Marokkos Wetterdienst DGM hat für Montag und Dienstag erneut eine Warnung der Stufe Orange ausgerufen. Unter der Kennung Bulletin Nr. 2026/184 warnt die Behörde gleichzeitig vor kräftigen Gewittern mit Hagel im Süden und Atlasgebiet sowie vor einer neuen Hitzewelle mit Temperaturen bis 40 Grad in mehreren Provinzen des Landes. Es ist bereits die dritte größere Orange-Warnung seit Anfang September, nachdem das Land in den vergangenen drei Wochen bereits zweimal von ähnlichen Wetterlagen aus Hitze, Hagel und Sturm getroffen wurde.
Gewitter und Hagel von Tinghir bis Oued Ed-Dahab
Laut DGM ziehen am Montagnachmittag zwischen 14 und 23 Uhr kräftige Gewitter über die Provinzen Tinghir, Zagora, Errachidia, Ouarzazate, Boujdour und Oued Ed-Dahab sowie über Aousserd. Erwartet werden Regenmengen von 20 bis 30 Millimetern, begleitet von Hagelschlag und starken Windböen. Für die Atlas- und Wüstenregionen bedeutet das binnen weniger Stunden ein erhöhtes Risiko für Sturzfluten und Schäden an Straßen und Feldern, während andernorts im Königreich weiterhin sommerliche Trockenheit herrscht. Bereits am Sonntag hatten zudem starke Windböen von 75 bis 85 Kilometern pro Stunde die nordwestlichen Provinzen Tanger-Assilah und Fahs-Anjra erfasst.
Hitzewelle mit bis zu 40 Grad in weiteren Provinzen
Parallel zu den Gewittern meldet die DGM für Montag und Dienstag eine neue Hitzewelle: In Provinzen wie Kénitra, Sidi Kacem, Sidi Slimane, Khémisset, Taroudant, Berrechid, Settat, Sidi Bennour, Youssoufia, Guelmim, Tan-Tan sowie in Agadir-Ida-Ou-Tanane, Chtouka-Aït Baha und Inezgane-Aït Melloul werden Höchstwerte von 38 bis 40 Grad erwartet. Auch im Süden, in Laâyoune, Smara und weiteren Provinzen der Sahara-Region, hält die Hitze an. Die Behörden raten der Bevölkerung erneut, körperliche Anstrengungen in den heißesten Tagesstunden zu vermeiden, ausreichend zu trinken und besonders auf ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke zu achten.
Dritte Orange-Warnung binnen drei Wochen
Nach vergleichbaren Warnungen Anfang und Mitte September zeigt sich damit erneut das Muster des marokkanischen Spätsommers: kurze, aber heftige Unwetter mit Hagel in den Berg- und Wüstenregionen treffen auf anhaltend hohe Temperaturen in weiten Teilen des Landes. Die aktuelle Orange-Warnung gilt zunächst bis Dienstagabend, kann von der DGM je nach Wetterentwicklung aber verlängert oder angepasst werden. Meteorologen führen die Häufung später Hitzeperioden und lokaler Unwetter auf die anhaltend instabile Großwetterlage über Nordafrika zurück, die in diesem Spätsommer wiederholt feuchtwarme Luft aus dem Süden mit trockenheißen Winden aus dem Landesinneren kollidieren lässt. Für Reisende und Landwirte in den betroffenen Provinzen bedeutet das kurzfristig wechselnde Bedingungen, auf die sich Behörden und Bevölkerung binnen weniger Stunden einstellen müssen.
Quellen: Hespress English, FNH


