Bouaddi verzaubert, Amrabat patzt: Marokkos Legionäre zwischen Höhenflug und Fehlstart

Sofyan Amrabat bei der marokkanischen Nationalmannschaft (Symbolbild, WM 2026)
Foto: Bryan Berlin, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Während sich Marokkos Nationalspieler nach dem historischen WM-Viertelfinale in alle Richtungen zerstreut haben, liefern gleich mehrere von ihnen bei ihren neuen Vereinen bemerkenswerte erste Auftritte ab – mit gegensätzlichem Vorzeichen. Während Jungstar Ayyoub Bouaddi bei Manchester City für Begeisterung sorgt, erlebte Routinier Sofyan Amrabat bei Ajax Amsterdam einen Fehlstart, und Neil El Aynaoui schwärmt nach seinem Wechsel zu RB Leipzig von der Bundesliga.

Bouaddi verzaubert City in der Champions League

Der erst 18 Jahre alte Ayyoub Bouaddi hat bei seinem ersten Champions-League-Einsatz für Manchester City sofort Maßstäbe gesetzt. Beim 2:0-Auswärtssieg gegen den FC Porto am 8. September spielte der für rund 95 Millionen Euro plus Bonuszahlungen von Lille verpflichtete Mittelfeldspieler über die volle Distanz und avancierte damit zum viertjüngsten Champions-League-Startspieler der Vereinsgeschichte. Seine Statistik konnte sich sehen lassen: 54 von 55 Pässen kamen an, dazu führte er beide Teams bei Dribblings, Ballgewinnen und gewonnenen Zweikämpfen an.

Manchester-City-Trainer Enzo Maresca lobte die Reife des Youngsters: „Mit 18 ist er ein fantastischer Spieler. Andere hätten in dieser Situation in unserem Strafraum vielleicht die Nerven verloren, er blieb ruhig.“ Auch Doppeltorschütze Erling Haaland fand warme Worte – garniert mit einem Seitenhieb: „Wir haben da ein echtes Juwel. Aber einen Pass hätte er mir noch geben können.“ Bereits sein erster Kurzeinsatz Ende August beim 4:1-Sieg gegen Crystal Palace hatte für positive Reaktionen gesorgt.

Amrabat patzt bei Ajax-Pflichtspieldebüt

Deutlich schwerer tat sich Sofyan Amrabat bei seinem ersten Pflichtspiel für Ajax Amsterdam, zu dem er im Sommer ablösefrei von Fenerbahçe zurück in die Eredivisie gewechselt war. Beim 1:3 gegen den PSV Eindhoven am 5. September wurde der Mittelfeldspieler erst eingewechselt, da ihm nach knapp drei Monaten ohne Wettbewerbsspiele die nötige Fitness für eine Startelf-Nominierung fehlte. Nach der Partie zeigte sich Amrabat selbstkritisch, aber kämpferisch: „Ich war froh, mein Debüt vor vollem Haus zu geben, auch wenn mich das Ergebnis enttäuscht. Ein Start wäre nach der langen Pause unrealistisch gewesen. Ich bin hier, um hart zu arbeiten und dem Team zu helfen, Meister zu werden.“

El Aynaoui schwärmt von seinem Bundesliga-Wechsel

Neil El Aynaoui, der am Deadline Day leihweise von der AS Rom zu RB Leipzig gewechselt war, hat sich in seinem ersten Interview als Leipziger sichtlich euphorisch gezeigt. „Es war immer ein Traum von mir, für einen großen Klub in der Bundesliga zu spielen“, sagte der 25-Jährige, der sich selbst als „hybriden Spieler“ für mehrere Mittelfeldpositionen beschreibt. Vor seinem Wechsel habe er sich mit den marokkanischen Landsleuten Achraf Hakimi und Ismael Saibari beraten. Besonders stolz zeigte sich El Aynaoui auf Marokkos Elfmeter-Sieg gegen die Niederlande beim WM-Achtelfinale: ein Erlebnis, das er als Karrierehöhepunkt bezeichnete.

Die drei Beispiele zeigen, wie unterschiedlich der Saisonstart für Marokkos Legionäre verläuft – und wie genau Nationaltrainer Mohamed Ouahbi die Formkurven seiner Spieler vor den anstehenden Länderspielen im September beobachten dürfte.

Quellen: Manchester City FC, LiveScore, NL Times, Yahoo Sports

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