
Der bereits seit Tagen brodelnde Poker um Neil El Aynaoui hat sich am Deadline Day entschieden: Der marokkanische Nationalspieler verlässt den AS Rom auf Leihbasis und schließt sich RB Leipzig an. Star-Insider Fabrizio Romano vermeldete die Einigung zwischen den Klubs als „Here we go“ – in seiner Skala das höchste Vertrauenslevel für einen so gut wie perfekten Transfer. Noch vor wenigen Tagen war El Aynaoui mit einem Wechsel zu saudischen Klubs in Verbindung gebracht worden, ehe sich die Bundesliga als überraschende Alternative durchsetzte.
Leihgebühr von 4 Millionen Euro, Kaufoption über 25 Millionen
Laut Romano zahlt RB Leipzig eine Leihgebühr von 4 Millionen Euro an die Roma, zusätzlich wurde eine Kaufoption in Höhe von 25 Millionen Euro sowie eine Beteiligung der Römer an einem möglichen Weiterverkauf vereinbart. Der Medizincheck des 25-Jährigen war bereits für das vergangene Wochenende angesetzt. Für Leipzig ist es nach den Verpflichtungen von Marc Guiu von Chelsea der nächste größere Transfer zum Ende der Wechselperiode – der Bundesliga-Klub reagiert damit auf den seit Jahren gesuchten Bedarf an einem robusten, spielstarken Achter im zentralen Mittelfeld.
Vom Flüchtlingskind aus Nancy zum WM-Stammspieler
El Aynaoui, geboren am 2. Juli 2001 im französischen Nancy und Sohn des früheren marokkanischen Tennisprofis Younes El Aynaoui, durchlief die Jugend seines Heimatvereins, ehe er über RC Lens und einen Fünfjahresvertrag bei der Roma im Sommer 2025 den Sprung in die Serie A schaffte. Bei den Römern kam der box-to-box-Mittelfeldspieler auf 33 Pflichtspieleinsätze und zwei Tore. Roma-Trainer Gian Piero Gasperini lobte ihn früh in dessen Zeit im Klub: „Er hat enorme Fortschritte gemacht und ist zu einem unverzichtbaren Spieler für unsere Mannschaft geworden.“ Für die marokkanische Nationalmannschaft debütierte El Aynaoui 2025 und gehörte beim Afrika-Cup im Dezember zum Kader – trotz einer Augenverletzung stand er sogar im Finale auf dem Platz.
Konkurrenzkampf im Leipziger Mittelfeld
In Leipzig trifft El Aynaoui auf ein bereits gut besetztes zentrales Mittelfeld und wird dort in Konkurrenz zu Ezechiel Banzuzi und Assan Ouédraogo um einen Stammplatz kämpfen. Cheftrainer Martin Demichelis gilt als großer Befürworter des Deals: Die von Beobachtern beschriebene „marokkanische Leidenschaft und Aggressivität“ des Mittelfeldspielers soll dem RB-Spiel zusätzliche Physis und Ballsicherheit verleihen. Ob El Aynaoui direkt in der Startelf landet oder sich das Vertrauen des Trainerteams zunächst erarbeiten muss, dürfte sich schon in den kommenden Bundesliga-Wochen zeigen.
Quellen: Yahoo Sports, Fabrizio Romano, Ghanasoccernet, Wikipedia


