Marokkos Agrarexporte erreichen Rekordwert – bei Zitrusfrüchten drückt das Wetter die Ausfuhren

Frisch geerntete Orangen auf einem Markt in Boumalne du Dades, Marokko

Die marokkanische Landwirtschaft bleibt ein wachsender Devisenbringer: 2025 exportierte das Land Agrar- und Lebensmittelprodukte im Wert von 86,2 Milliarden Dirham – ein Plus von 38 Prozent gegenüber 2020, als der Wert noch bei knapp 62 Milliarden Dirham lag. In der Menge wurden 4,7 Millionen Tonnen exportiert, neun Prozent mehr als 2020 und 49 Prozent mehr als 2015. Damit macht die Agrar- und Lebensmittelbranche inzwischen fast 18 Prozent der marokkanischen Gesamtexporte aus und rangiert unter den drei wichtigsten Deviseneinnahmequellen des Landes.

Ein differenzierteres Bild zeigt sich bei Zitrusfrüchten, einem der traditionellen Aushängeschilder der marokkanischen Landwirtschaft. Für die Saison 2025/2026 wird eine Rekordproduktion von 2,17 Millionen Tonnen erwartet – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Exportmenge sank im gleichen Zeitraum jedoch um 12 Prozent auf rund 553.000 Tonnen, verglichen mit 626.000 Tonnen in der Vorsaison. Grund waren extreme Wetterereignisse während der Erntesaison, die einen Teil der Ernte für den Export unbrauchbar machten, auch wenn die Gesamtproduktion hoch ausfiel.

Andere Segmente entwickelten sich dagegen sehr dynamisch: Beerenfrüchte, Zitrusfrüchte und Olivenprodukte gelten laut Branchenbeobachtern als die drei tragenden Säulen des diesjährigen Wachstums in der marokkanischen Agrarwirtschaft.

Die Entwicklung unterstreicht sowohl die Stärke als auch die Verwundbarkeit des marokkanischen Agrarsektors: Steigende Exportzahlen über mehrere Jahre stehen einer wachsenden Abhängigkeit von stabilen Wetterbedingungen gegenüber – ein Thema, das angesichts des Klimawandels für die Landwirtschaftspolitik des Landes an Bedeutung gewinnt.

Quelle: Office des Changes / marokkanische Wirtschaftspresse

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