
Marokko treibt den Ausbau seiner erneuerbaren Energien mit einem der größten Investitionsprogramme Afrikas voran. Wie der marokkanische Minister für Energiewende und nachhaltige Entwicklung beim Paris Peace Forum 2026 ankündigte, sollen in den kommenden fünf Jahren rund 16 Gigawatt an zusätzlicher Kapazität aus Solar- und Windenergie entstehen – bei einem geplanten Investitionsvolumen von umgerechnet etwa 16 Milliarden US-Dollar.
Ende 2025 verfügte Marokko nach eigenen Angaben über rund 5,5 Gigawatt installierter Kapazität an erneuerbaren Energien, was bereits mehr als 45 Prozent der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität des Landes entsprach. Mit dem neuen Ausbauprogramm würde sich diese Kapazität in den kommenden Jahren mehr als verdreifachen. Ziel der Regierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2030 auf 52 Prozent zu steigern.
Die staatliche Agentur für nachhaltige Energie Masen soll dabei eine zentrale Rolle spielen: Für 2026 ist der Start eines landesweiten geografischen Informationssystems für erneuerbare Energien angekündigt, das Standorte mit hohem Potenzial für Solar- und Windkraft identifizieren, Umweltauflagen bewerten und den Infrastrukturbedarf einzelner Projekte abschätzen soll. Parallel dazu sollen große Batteriespeicher entstehen, um die schwankende Einspeisung von Solar- und Windstrom auszugleichen.
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zugleich eng mit Marokkos Ambitionen im Bereich grüner Wasserstoff verknüpft: Bereits 2025 unterzeichnete das Land unter dem Programm „Offre Maroc“ Vereinbarungen für sechs Großprojekte in den südlichen Landesteilen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 370 Milliarden Dirham. Kritiker weisen zugleich darauf hin, dass ländliche Gemeinden in der Nähe der Großprojekte bislang nur eingeschränkt von der Energiewende profitieren – ein Spannungsfeld, das die Regierung nach eigenen Angaben stärker adressieren will.
Quelle: Ecofin Agency, Industrial Info Resources, Moroccan World News
