
Portugal hat Forderungen einer kleinen Oppositionspartei zurückgewiesen, Marokko als Mitausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 auszuschließen. Die Regierung in Lissabon bekräftigte ihr uneingeschränktes Bekenntnis zur gemeinsamen Austragung mit Marokko und Spanien.
Livre-Partei fordert Ausschluss wegen Ceuta-Krise
Auslöser der Kontroverse war ein offener Brief der portugiesischen Partei Livre an Premierminister Luís Montenegro und den Präsidenten des portugiesischen Fußballverbands, Pedro Proença. Die Partei forderte darin, das Turnier künftig ausschließlich von Spanien und Portugal ausrichten zu lassen, und begründete dies mit der jüngsten Migrationskrise um Ceuta – Marokko habe dabei nach Ansicht der Partei gegen internationales Recht verstoßen.
Lissabon: „Bestmögliche Weltmeisterschaft“ bleibt das Ziel
Portugals Ministerin für Kultur, Jugend und Sport, Margarida Balseiro Lopes, wies die Forderung zurück und bekräftigte, die Regierung wolle weiterhin „die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten“ ausrichten. Man strebe ein Turnier auf höchstem sportlichen und organisatorischen Niveau an, das zugleich Menschen und Kulturen zusammenbringen solle, so die Ministerin. Die klare Positionierung Lissabons dürfte die dreiseitige Ausrichtung der WM 2030 durch Spanien, Portugal und Marokko zumindest von portugiesischer Seite vorerst nicht gefährden.
Bereits die zweite Forderung dieser Art
Es ist nicht das erste Mal, dass die Ceuta-Krise politische Wellen bis in die WM-2030-Vorbereitungen schlägt: Bereits zuvor hatte dieselbe Partei einen ähnlichen Vorstoß unternommen. Für Marokko, das parallel mit Milliardeninvestitionen in Stadien wie den Grand Stade de Tanger auf das Turnier hinarbeitet, ist die klare Rückendeckung aus Lissabon ein wichtiges Signal, dass die Ko-Gastgeberrolle trotz politischer Spannungen um die Migrationsfrage nicht ernsthaft infrage steht.
Quellen: Hespress English


