19,4 Milliarden Dirham: Marokko plant 2027 Subventionen für Butangas, Zucker und Mehl

Haufen bunter Gasflaschen aus der Vogelperspektive (Symbolbild)
Foto: Tomascastelazo, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Marokko plant für 2027 Subventionen von 19,4 Milliarden Dirham für Butangas, Zucker und Weichweizenmehl ein. Das geht aus dem Bericht des Kompensationsfonds hervor, der dem Finanzgesetz-Entwurf für 2027 beigefügt ist. Als Grund nennt der Bericht höhere internationale Energiepreise, die die Staatsausgaben weiter belasten.

Mehr als geplant, aber weniger als zuletzt

Die Summe liegt 40,9 Prozent über dem ursprünglichen Budget für 2026 von 13,77 Milliarden Dirham. Gegenüber dem inzwischen um 8 Milliarden Dirham auf 21,77 Milliarden Dirham angehobenen Ansatz für 2026 sinkt sie dagegen um 10,9 Prozent. Der Bericht verweist auf Spannungen im Nahen Osten und Störungen im Schiffsverkehr an der Straße von Hormus: Brent kostete von Januar bis August 2026 im Schnitt 91 Dollar je Barrel, 27,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Butangas bleibt der größte Posten

Butangas verursacht den Großteil der Kosten. Von Januar bis August 2026 gab der Staat dafür rund 9 Milliarden Dirham aus, nach 8,6 Milliarden Dirham im selben Zeitraum 2025. Die durchschnittliche Subvention je 12-Kilogramm-Flasche stieg von 53,47 auf 61,79 Dirham. Der Verkaufspreis der Flasche war laut Bericht von 99 Dirham im Januar auf 129 Dirham im April gestiegen. In der ersten Jahreshälfte 2026 importierte Marokko mit 1,49 Millionen Tonnen so viel Butangas wie nie zuvor, davon allein 331.000 Tonnen im April. Wichtigster Lieferant waren die USA.

Zucker kostet, Weizen kaum

Bei Zucker entspannte sich die Lage: Rohzucker kostete im Schnitt 352 Dollar je Tonne, 16,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Über den Importmechanismus flossen von Januar bis August rund 700 Millionen Dirham an den Staat zurück. Raffinierter Zucker bleibt dennoch mit 3,67 Dirham je Kilogramm gestützt und kostete in diesem Zeitraum etwa 2,7 Milliarden Dirham.

Für Weichweizenmehl waren von Januar bis August 2026 keine Zuschüsse nötig, weil die Importkosten unter dem staatlich angestrebten Zielpreis blieben. Dazu trug die jüngste Getreideernte von rund 90 Millionen Quintal bei, ein Plus von 109 Prozent zum Vorjahr. Zuvor hatte Hespress Anfang September noch über mögliche Weizensubventionen bei steigenden Weltmarktpreisen berichtet; der aktuelle Fondsbericht erwähnt diese nicht.

Wie viel die Subventionen 2027 tatsächlich kosten, hängt vor allem von der Entwicklung des Ölpreises ab. Der Entwurf des Finanzgesetzes wird nun im Parlament beraten.

Quellen: Hespress English

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