43 Medaillen, Platz acht: Marokko zieht starke Bilanz bei Mittelmeerspielen in Taranto

Turnerin bei einer Sprung-Übung im Kunstturnen (Symbolbild)
Foto: Sandro Halank, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Mit dem Ende der Mittelmeerspiele im italienischen Taranto am heutigen Donnerstag zieht die marokkanische Delegation eine der besten Bilanzen ihrer jüngeren Geschichte: 43 Medaillen – 15 Mal Gold, neun Mal Silber und 19 Mal Bronze – bedeuten am Ende Rang acht unter den 26 teilnehmenden Nationen rund ums Mittelmeer. Insgesamt waren 120 marokkanische Athletinnen und Athleten in 18 Sportarten in der süditalienischen Hafenstadt am Start.

Leichtathletik und Kunstturnen als Zugpferde

Besonders stark präsentierte sich die marokkanische Leichtathletik. Yassine Hssine sicherte sich nach dem Gold über 100 Meter auch den Titel über 200 Meter, während Ismail Manyani über 400 Meter Hürden triumphierte. Im 3.000-Meter-Hindernislauf setzte sich Salah Eddine Ben Yazide durch und ließ seinem Landsmann Mohamed Tindouft, der Silber holte, keine Chance – ein marokkanischer Doppelerfolg in einer traditionsreichen Disziplin. Für eine der schönsten Überraschungen sorgte zudem Turner Hamza Hossaini: Mit einer Wertung von 14,025 Punkten am Sprung setzte er sich im Finale gegen den Italiener Tommaso Brugnami (13,900) und den Türken Alperen Efci (13,850) durch und holte damit Gold in einer Disziplin, in der marokkanische Erfolge auf internationalem Parkett bislang selten waren.

Karate-Doppelgold und historischer Tennis-Titel

Auch im Karate lieferte Marokko gleich zweifach ab: Chaimae El Hayti gewann die Klasse bis 55 Kilogramm nach einem knappen 3:2-Finalsieg gegen die Italienerin Veronica Brunori, während Mehdi Sriti in der Klasse bis 84 Kilogramm den Libyer Mohamed Ahmed Aboudabous deutlich mit 5:1 bezwang. Für ein sportgeschichtliches Novum sorgte derweil Tennisspieler Karim Bennani: Mit seinem Turniersieg im Herreneinzel gewann er den ersten marokkanischen Titel überhaupt in dieser Disziplin bei Mittelmeerspielen. Landsfrau Yasmine Kabbaj rundete den erfolgreichen Auftritt der marokkanischen Tennisspieler mit Bronze im Dameneinzel ab, nachdem sie sich gegen die Spanierin María García Cid mit 6:3 und 6:0 durchgesetzt hatte.

Breite Aufstellung sichert Aufholjagd im Medaillenspiegel

Die Bilanz speist sich aus einer ungewöhnlich breiten Basis: Bereits zuvor hatten Marokkos Boxerinnen und Boxer mit sechs Medaillen – darunter zwei Gold – sowie die U20-Fußballauswahl mit Bronze gegen Gastgeber Italien für positive Schlagzeilen gesorgt. Hinzu kamen weitere Bronzemedaillen etwa von Kawtar Farkoussi über 10.000 Meter und Souad El Haddad über 800 Meter sowie der marokkanischen U17-Frauenfußballmannschaft, die sich im kleinen Finale mit 3:1 gegen Slowenien durchsetzte. Im Medaillenspiegel bedeutete das eine spürbare Aufholjagd: Noch am vorletzten Wettkampftag lag Marokko mit 14 Medaillen auf Rang zehn, ehe die Delegation bis zum Schlusstag auf Platz acht vorrückte. Die alle vier Jahre ausgetragenen Mittelmeerspiele gelten in Marokko als wichtiger Gradmesser für die Breite des nationalen Sports abseits des Fußballs – und die Bilanz von Taranto dürfte den Optimismus mit Blick auf kommende internationale Großereignisse weiter nähren.

Quellen: Le Courrier de l’Atlas, Morocco World News, Le Guide du Maroc

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