Dirham unter Druck: Importrechnung verteuert Devisen – Währung verliert 1,5 Prozent zum Dollar

Marokkanische Dirham-Banknoten und -Münzen
Foto: Freepius, Lizenz CC0 1.0, Quelle: Wikimedia Commons

Der marokkanische Dirham gerät am Devisenmarkt unter Druck. Zwischen dem 17. und 23. September verlor die Landeswährung 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar und 0,3 Prozent gegenüber dem Euro, wie aus den wöchentlichen Daten der Zentralbank Bank Al-Maghrib hervorgeht. In diesem Zeitraum hielt die Notenbank keine Devisenauktion ab.

Engere Devisenliquidität am Interbankenmarkt

Besonders deutlich zeigt sich die Verschiebung beim Abstand zwischen dem gewichteten Durchschnittskurs am Interbankenmarkt und dem Leitkurs. Er wanderte von minus 3,35 Prozent am 1. Juni auf plus 1,51 Prozent am 2. Oktober – eine Bewegung von 4,86 Punkten in Richtung der schwächeren Seite des Währungskorridors. Ein positiver Abstand gilt als Zeichen knapperer Devisenliquidität: Die Nachfrage nach Fremdwährung übersteigt das Angebot.

Importrechnung treibt die Nachfrage

Als Haupttreiber gelten die steigenden Einfuhren. Bis Ende August erreichten die Importe 617,5 Milliarden Dirham, ein Plus von 15,8 Prozent, während die Exporte um 8,7 Prozent auf 334,9 Milliarden Dirham zulegten. Das Handelsdefizit wuchs um 25,4 Prozent auf 282,6 Milliarden Dirham; die Exportdeckungsquote sank von 57,7 auf 54,2 Prozent. Die Energieimporte stiegen im Jahresvergleich um rund 23,7 Milliarden Dirham, zudem zogen die Einfuhren von Rohschwefel sowie von Ausrüstungsgütern und anderen Vorprodukten an.

Reserven und Tourismus als Polster

Von einer Knappheit an Devisenreserven ist keine Rede: Die offiziellen Reserven beliefen sich am 18. September auf 503 Milliarden Dirham, 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch die Reiseeinnahmen legten bis Ende August um 9,7 Prozent auf 97,9 Milliarden Dirham zu, und die Überweisungen der Auslandsmarokkaner stiegen weiter. Das Hespress-Stück beschreibt die Entwicklung deshalb als Verschiebung der Zahlungsströme und nicht als Reservenproblem.

Der Dirham wird seit der Flexibilisierung innerhalb eines Bandes von plus/minus 5 Prozent um den Leitkurs gehandelt. Diese Spanne erlaubt es der Währung, Druck aufzunehmen, ohne dass die Zentralbank einen festen Kurs verteidigen muss. Bleibt das Handelsdefizit jedoch dauerhaft hoch, dürfte die Nachfrage nach Devisen erhöht bleiben – ein Szenario, das Tourismus, Diaspora-Überweisungen und die gut gefüllten Reserven vorerst abfedern.

Quellen: Hespress English

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