Dakar 2027 in Marokko? Rallye soll erstmals seit 2007 nach Afrika zurückkehren

Tatra-Rennlastwagen bei der Rallye Dakar in einer Wüstenlandschaft (Symbolbild)
Foto: Sports Cars Fan, Lizenz CC BY 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Die Rallye Dakar steht vor einer historischen Rückkehr nach Afrika: Wegen der angespannten Lage im Nahen Osten soll die Ausgabe 2027 nicht in Saudi-Arabien, sondern in Marokko stattfinden. Es wäre die erste Dakar auf afrikanischem Boden seit 2007. Die Veranstalterin Amaury Sport Organisation (ASO) hat den Wechsel bislang nicht offiziell bestätigt, mehrere französische und belgische Medien sprechen jedoch von einer weitgehend beschlossenen Sache.

Sicherheitslage als Auslöser

Hintergrund sind die Spannungen in der Region. Die belgische Zeitung La DH/Les Sports+ berichtet, die Verlegung sei ihr intern bestätigt worden, und verweist auf einen Anschlag am Flughafen von Riad am 10. Oktober. Bereits Anfang Oktober hatte das Portal Bladi.net unter Berufung auf spanische Medien gemeldet, dass ASO zwei Szenarien prüfe: eine angepasste Route in Saudi-Arabien oder eine verkürzte Veranstaltung in Marokko. Die Option sei den Teams bei der Rallye du Maroc vorgestellt worden. Hersteller wie Toyota und KTM sollen Vorbehalte gegen eine Reise in die Konfliktregion geäußert haben. Entscheidend ist der Zeitplan: Bis zum 29. November muss feststehen, wohin die Ausrüstung der Teams ab Barcelona verschifft wird.

Was über Termin und Format bekannt ist

Nach den bisherigen Berichten würde die Rallye später starten als geplant: Statt am 1. Januar soll am 9. Januar 2027 der Prolog stattfinden, das Ziel in Marokko wäre am 22. Januar. Das Magazin Enduro Magazine spricht von einem Start in Spanien oder Portugal, einer Überfahrt über das Mittelmeer und rund zwölf Wertungstagen in Marokko mit etwa 4.300 Kilometern gezeitete Sonderprüfungen. La DH nennt dagegen zehn bis elf Wertungstage und Lissabon als wahrscheinlichen Startort, auch Barcelona sei im Gespräch. Frühere Berichte hatten von einem kürzeren Format mit acht Etappen und einem Schwerpunkt rund um Merzouga gesprochen. Route und Etappenorte sind demnach noch offen.

Ein Terminkonflikt zeichnet sich ebenfalls ab: Die Rallye Monte Carlo, erster Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft 2027, beginnt am 21. Januar. Wer beide Veranstaltungen bestreiten wollte, müsste sich entscheiden.

Rückkehr nach fast zwei Jahrzehnten

Die letzte Dakar auf afrikanischem Boden fand 2007 statt und endete in der senegalesischen Hauptstadt Dakar, den Sieg bei den Autos holte Stéphane Peterhansel. Die Ausgabe 2008 wurde aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt, danach zog die Rallye zunächst nach Südamerika und seit 2020 nach Saudi-Arabien. Marokko ist als Gastgeber für den Rallye-Raid-Sport kein Neuland: Mit der Rallye du Maroc und Wüstenregionen wie Merzouga verfügt das Land über erprobte Strukturen. Für Marokko wäre die Dakar zudem eine weitere Bühne vor der Fußball-WM 2030. Bis zur offiziellen Bestätigung durch ASO bleibt der Wechsel jedoch eine Meldung aus Medienquellen.

Quellen: La DH/Les Sports+, Enduro Magazine, Bladi.net

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