Studie: Depressionen könnten Marokko bis 2050 fast 19 Milliarden Dollar kosten

Gebäude des El-Ayachi-Krankenhauses in Marokko

Depressionen könnten die marokkanische Volkswirtschaft zwischen 2025 und 2050 kumuliert rund 18,7 Milliarden US-Dollar kosten. Das geht aus einer in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichten Studie hervor, die 154 Länder anhand eines globalen makroökonomischen Modells untersucht hat. Im Durchschnitt entspräche das einer wirtschaftlichen Belastung von rund 434 US-Dollar pro Kopf über den gesamten Zeitraum.

Den Berechnungen zufolge dürften die jährlichen Verluste für Marokko von rund 736 Millionen Dollar im Jahr 2025 auf 806 Millionen Dollar im Jahr 2030 steigen, mit einem erwarteten Höchststand von 834 Millionen Dollar im Jahr 2040, ehe die Belastung bis 2050 leicht auf rund 812 Millionen Dollar zurückgeht. Je nach Modellannahme schwanken die kumulierten Gesamtkosten zwischen 13,6 und 26,7 Milliarden Dollar; insgesamt schätzen die Autoren, dass Depressionen die marokkanische Wirtschaftsleistung um rund 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts mindern könnten.

Anders als viele frühere Untersuchungen, die sich vor allem auf die direkten Gesundheitskosten konzentrieren, betrachtet die Studie die breiteren volkswirtschaftlichen Folgen: geringere Erwerbsbeteiligung, niedrigere Produktivität bei Erwerbstätigen sowie gebremste Kapitalbildung. Nach Daten der Global-Burden-of-Disease-Studie dauert eine depressive Episode in Marokko im Schnitt etwas mehr als ein Jahr.

Besonders deutlich fallen die relativen Belastungen den Autoren zufolge in Ländern mit mittlerem Einkommen wie Marokko aus, wo wachsende Bevölkerungen auf einen eingeschränkten Zugang zu psychologischer und psychiatrischer Versorgung treffen. Die Forschenden ziehen daraus eine klare Schlussfolgerung: Investitionen in Prävention, Früherkennung und Behandlung psychischer Erkrankungen seien nicht nur gesundheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Regierungen sollten psychische Gesundheit stärker als wirtschaftspolitische Priorität begreifen – und nicht allein als Posten im Gesundheitsbudget.

Dieser Beitrag behandelt ein sensibles Thema. Wer selbst betroffen ist oder sich Sorgen um eine nahestehende Person macht, findet Unterstützung bei entsprechenden Beratungsstellen vor Ort.

Quelle: Hespress English, Nature Medicine

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