
Marokko rückt näher an seine nächsten Parlamentswahlen: Innenminister Abdelouafi Laftit hat am 2. August 2026 zwei Gesprächsrunden mit den Vorsitzenden der großen politischen Parteien des Landes abgehalten, um den organisatorischen Rahmen der für den 23. September 2026 angesetzten Wahlen zum Abgeordnetenhaus zu besprechen. Die Gespräche folgen auf Ankündigungen von König Mohammed VI. in seiner Thronrede vom 29. Juli, wonach die Wahlen zum regulären verfassungsmäßigen Termin stattfinden sollen.
Bei den Beratungen ging es um grundlegende Fragen der Wahlorganisation; die beteiligten Parteien sollen ihre Vorschläge zum Rahmen der Wahlen bis Ende August beim Innenministerium einreichen. Die Gespräche fanden nach Angaben des Ministeriums in einem Klima gegenseitiger Verantwortung und kollektiver Bereitschaft statt.
Nicht alle politischen Kräfte des Landes sind sich jedoch einig, ob und wie sie an den Wahlen teilnehmen sollen: Die islamistische Bewegung Al Adl Wal Ihssane, die in Marokko nicht als Partei zugelassen ist, sowie die linke Demokratische Arbeiterpartei sprechen sich weiterhin für einen Wahlboykott aus. Sie begründen dies damit, dass die Voraussetzungen für demokratische Wahlen aus ihrer Sicht nicht gegeben seien. Diese Debatte um die Wahlbeteiligung hat sich in den vergangenen Wochen zunehmend verschärft.
König Mohammed VI. hatte nach den Wahlen bereits eine neue Entwicklungsphase für das Land in Aussicht gestellt. Die kommenden Wochen bis zur endgültigen Festlegung des Wahlrahmens Ende August dürften zeigen, wie breit die politische Beteiligung an der Abstimmung im September letztlich ausfällt.
Quelle: Maroc.ma, Hespress English, Barlamantoday


