
Zum 27. Jahrestag des Thronfests hat US-Präsident Donald Trump die amerikanische Anerkennung der marokkanischen Souveränität über die Westsahara in einer persönlichen Botschaft an König Mohammed VI. ausdrücklich bekräftigt – und damit ein deutliches Signal an Rabat wie auch an die Gegenspieler des Königreichs in der Sahara-Frage gesendet.
„Diese Frage muss jetzt beendet werden“
In seinem Schreiben stellte Trump klar: „Die Vereinigten Staaten haben sich klar positioniert: Wir erkennen die marokkanische Souveränität über die Westsahara an und unterstützen Marokkos ernsthaften, glaubwürdigen und realistischen Autonomievorschlag als einzige Grundlage für eine gerechte und dauerhafte Lösung.“ Jeder andere Weg verlängere nur den Status quo und sei „inakzeptabel“. Trump betonte weiter: „Dieser Streit muss jetzt beendet werden, und die Vereinigten Staaten werden weiterhin Fortschritte in diese Richtung vorantreiben.“
Die Formulierung schließt an die historische Proklamation vom Dezember 2020 an, mit der die USA erstmals unter Trump die marokkanische Souveränität über das Gebiet anerkannten – im Gegenzug für die Normalisierung der Beziehungen zwischen Marokko und Israel. Mit der erneuten, ausdrücklichen Bekräftigung vier Jahre später signalisiert Washington, dass diese Position auch über einen Regierungswechsel hinaus Bestand hat.
Wirtschaftliche Initiativen für die Sahara-Region
Über die diplomatische Geste hinaus kündigte Trump an, US-Regierungsteams beauftragt zu haben, wirtschaftliche und soziale Entwicklungsinitiativen gemeinsam mit Marokko voranzutreiben – ausdrücklich auch in der Sahara-Region selbst. Details zu konkreten Projekten wurden bislang nicht genannt, doch der Vorstoß dürfte als Signal an internationale Investoren gewertet werden, sich stärker in dem Gebiet zu engagieren.
Das Königliche Kabinett veröffentlichte im Anschluss eine Stellungnahme, in der es Trumps Botschaft als Bestätigung der „soliden und strategischen“ Beziehungen zwischen beiden Ländern würdigte. Trump selbst gratulierte König Mohammed VI. und dem marokkanischen Volk zum Jubiläum und hob die langjährigen Bande zwischen Washington und Rabat hervor.
Einordnung
Die erneute Bekräftigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Marokko in mehreren internationalen Arenen gleichzeitig um Rückhalt wirbt – von der Ausrichtung der Fußball-WM 2030 bis zur Position innerhalb der FIFA. Die klare Haltung der USA in der Sahara-Frage stärkt Rabats Verhandlungsposition gegenüber der UNO, wo der Konflikt um die Westsahara seit Jahrzehnten ungelöst ist, und dürfte auch den diplomatischen Druck auf andere westliche Staaten erhöhen, ihre eigene Position zu überdenken.


