Ajax oder Al-Ittihad? Ounahis Wechsel-Poker geht in die entscheidende Phase

Foto: Bryan Berlin, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Azzedine Ounahi ist der bislang heißeste Name auf dem marokkanischen Transfermarkt in diesem Sommer. Nach starken Auftritten bei der Weltmeisterschaft 2026 – unter anderem mit einem Doppelpack gegen Kanada im Achtelfinale – ist der Mittelfeldspieler von Girona FC zum Objekt der Begierde gleich zweier ambitionierter Klubs geworden: Ajax Amsterdam und Al-Ittihad aus Saudi-Arabien liefern sich einen Poker um seine Unterschrift.

Ajax auf der Zielgeraden

Nach übereinstimmenden Berichten niederländischer und marokkanischer Medien ist Ajax Amsterdam in den Verhandlungen am weitesten fortgeschritten. Der Rekordmeister der Eredivisie soll sich mit Ounahi bereits auf persönlicher Ebene nahezu einig sein, eine Grundsatzvereinbarung über Gehalt und Vertragslaufzeit stehe kurz vor dem Abschluss. Ounahis Ausstiegsklausel liegt bei rund 20 Millionen Euro – eine Summe, die für Ajax hoch, aber machbar ist. Bei Girona war Ounahi seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer gesetzt und hat sich mit starken Leistungen wieder ins Schaufenster der europäischen Topligen gespielt.

Al-Ittihad mischt sich ein

Just in dieser Phase hat sich der saudische Spitzenklub Al-Ittihad offiziell in den Poker eingeschaltet. Der Verein, der in der Vergangenheit bereits mehrfach im Werben um marokkanische Nationalspieler aufgefallen ist, soll bereit sein, die Ablösesumme in zwei oder drei Raten zu zahlen, um den Deal finanziell zu stemmen. Berichten zufolge kämpft Al-Ittihad in diesem Transferfenster jedoch mit Liquiditätsproblemen und ist bei mehreren anderen Verpflichtungen bereits zurückgerudert.

Trotz der wirtschaftlichen Fragezeichen lockt der saudische Klub mit einem Gehalt, das jenes von Ajax deutlich übersteigen dürfte. Laut übereinstimmenden Berichten gibt es bislang jedoch keine Anzeichen dafür, dass sich Ounahi von einem Wechsel in die Saudi Pro League reizen lässt – sportlicher Ehrgeiz und die Aussicht auf europäischen Fußball scheinen für den 26-Jährigen schwerer zu wiegen als das Gehaltspaket am Persischen Golf.

Was auf dem Spiel steht

Für Ounahi selbst geht es um mehr als nur eine gute Ablöse für Olympiakos: Ein Wechsel zu Ajax würde ihm die Bühne der Champions-League-Qualifikation und eine der traditionsreichsten Ausbildungsschulen Europas eröffnen. Für die marokkanische Nationalmannschaft wiederum ist entscheidend, dass ihr Schlüsselspieler im Mittelfeld regelmäßige Spielpraxis auf hohem Niveau bekommt – ein Faktor, der angesichts der Qualifikation zum Afrika-Cup und weiterer Länderspiele im Herbst nicht zu unterschätzen ist.

Eine Entscheidung wird in den kommenden Tagen erwartet, da sowohl die Eredivisie-Transferperiode als auch das saudische Fenster sich dem Ende zuneigen.

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