
Nur Stunden nach seiner Vereidigung hat Kolumbiens neuer Präsident Abelardo De La Espriella eine der ersten außenpolitischen Weichenstellungen seiner Regierung vollzogen: Bogotá erkennt die marokkanische Souveränität über die Sahara an und zieht im Gegenzug die Anerkennung der von der Polisario ausgerufenen „Demokratischen Arabischen Republik Sahara“ zurück.
Kurswechsel am ersten Tag im Amt
Die Ankündigung erfolgte laut kolumbianischem Außenministerium im Anschluss an ein bilaterales Treffen zwischen Vizepräsident José Manuel Restrepo, Außenminister Omar Bula und Vertretern der marokkanischen Regierung – nur einen Tag nach De La Espriellas Amtsantritt am 7. August. Damit reiht sich Kolumbien in eine wachsende Zahl von Staaten ein, die ihre Position zum Sahara-Konflikt zugunsten Marokkos revidiert haben, und vollzieht zugleich eine deutliche außenpolitische Kehrtwende der neuen Regierung in Bogotá.
Freihandelsabkommen als nächster Schritt im Gespräch
Über die diplomatische Dimension hinaus deutete Vizepräsident Restrepo bereits wirtschaftliche Ambitionen an: Ein Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern werde erwogen, mit dem Ziel, marokkanische Investitionen in Kolumbien zu fördern. Für Rabat ist die Entscheidung ein weiterer außenpolitischer Erfolg in der langjährigen Bemühung, internationale Anerkennung für seine Position in der Westsahara-Frage zu gewinnen – nach ähnlichen Schritten mehrerer anderer Staaten in den vergangenen Jahren dürfte der kolumbianische Kurswechsel als zusätzliches Signal an die internationale Gemeinschaft gewertet werden.
Quellen: Rio Times


