Bangladesch bestellt weitere 140.000 Tonnen Dünger bei Marokkos OCP

Großer Dragline-Bagger 7500 der OCP Group im Phosphattagebau bei Benguerir
Foto: Solox44, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

Bangladesch hat einen weiteren Großauftrag für Düngemittel aus Marokko gebilligt: Das Kabinettskomitee für Staatsbeschaffung (CCGP) genehmigte in seiner 41. Sitzung am Montag die Einfuhr von insgesamt 140.000 Tonnen Phosphatdünger von OCP Nutricrops, der Düngemittel-Tochter des marokkanischen Staatskonzerns OCP. Den Vorsitz der Sitzung im Sekretariat in Dhaka führte Finanzminister Amir Khosru Mahmud Chowdhury.

140.000 Tonnen DAP und TSP für rund 112 Millionen Dollar

Konkret umfasst der Beschluss zwei Düngemittelsorten in jeweils zwei Teillieferungen: 80.000 Tonnen Diammoniumphosphat (DAP), aufgeteilt in zwei Lose zu je 40.000 Tonnen, sowie 60.000 Tonnen Triple-Superphosphat (TSP) in zwei Losen zu je 30.000 Tonnen. Für das DAP zahlt Bangladesch rund 894 US-Dollar pro Tonne, was einem Gesamtwert von etwa 71,5 Millionen Dollar entspricht. Die beiden TSP-Lose wurden zu 678 beziehungsweise 668 Dollar pro Tonne vereinbart, zusammen rund 40,4 Millionen Dollar. In Summe beläuft sich der Auftrag damit auf gut 112 Millionen Dollar, umgerechnet gut eine Milliarde Dirham. Laut Berichten aus Dhaka liegt der neue TSP-Preis rund fünf Prozent unter dem Niveau, das Bangladesch im Juni bezahlt hatte.

Rahmenabkommen seit 2008, bis zu 1,3 Millionen Tonnen jährlich

Die aktuelle Lieferung ist Teil eines langjährigen Regierungsabkommens zwischen OCP Nutricrops und der staatlichen Bangladesh Agricultural Development Corporation (BADC), das bereits seit 2008 besteht. Ein zuletzt erneuerter Rahmenvertrag erlaubt Bangladesch den Bezug von bis zu 1,3 Millionen Tonnen Phosphatdünger für den Zeitraum 2026/2027, darunter allein bis zu 750.000 Tonnen TSP. Erst Mitte August hatte das Komitee eine vorangegangene Teillieferung von 70.000 Tonnen im Wert von knapp 56 Millionen Dollar bewilligt – die neue Freigabe reiht sich also in eine Serie regelmäßiger Nachbestellungen ein. Ergänzend kooperieren die OCP Foundation und Bangladeschs Landwirtschaftsministerium im Rahmen einer separaten Dreijahrespartnerschaft bei Bodengesundheit, effizientem Düngereinsatz und klimaangepasster Landwirtschaft.

Bangladesch als größter Absatzmarkt für Marokkos Phosphatexporte

Für Marokko ist Bangladesch mittlerweile der wichtigste Einzelmarkt für Phosphatdünger: Die marokkanischen Exporte in das südasiatische Land stiegen von rund 407 Millionen Dollar im Jahr 2023 auf etwa 1,07 Milliarden Dollar im Jahr 2024, wobei Phosphatdünger mehr als 95 Prozent der gesamten Lieferungen ausmachen. Mit rund 70 Prozent der weltweit bekannten Phosphatreserven kontrolliert die OCP Group eine Schlüsselressource für die globale Ernährungssicherung, während Bangladesch als bevölkerungsreiches Agrarland auf verlässliche Düngemittelimporte angewiesen ist, um seine Reis- und Nutzpflanzenproduktion zu sichern.

Quellen: Morocco World News, 7News Morocco

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