Dritter nationaler Hmadcha-Moussem: Meknes feiert Sufi-Erbe vom 28. bis 30. August

Aissaoua-Bruderschaft in traditioneller Tracht bei einem Sufi-Moussem vor der Stadtmauer von Fes
Foto: Hakim-agh, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

In Meknes beginnt an diesem Freitag der dritte nationale Hmadcha-Moussem: Vom 28. bis 30. August 2026 verwandelt sich die Kaiserstadt drei Tage lang in ein Zentrum marokkanischer Sufi-Kultur. Das Festival findet traditionell parallel zum jährlichen Moussem von Sidi Ali Ben Hamdouch statt, dem Gründer der Hmadcha-Bruderschaft, und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hmadcha: Ein lebendiges Gedächtnis und erneuertes spirituelles Erbe“.

Drei Tage zwischen Ritual und Musik

Im Zentrum des Programms stehen religiöse Zusammenkünfte mit Koranrezitationen und rhythmischem Gesang sowie ein lokaler Wettbewerb im Koranauswendiglernen. An den Abenden treten Hmadcha- und Aissaoua-Gruppen auf, begleitet von traditionellen Trommeln und Fellblasinstrumenten, wie sie für die Sufi-Bruderschaften Nordmarokkos typisch sind. Ergänzt wird das Programm durch Ahidous-Vorführungen, den kollektiven Amazigh-Tanz, sowie eine Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Meister Mohamed Ben Dahmane El Bourachdi. Eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Der Sufi-Orden der Hmadcha zwischen gestern und heute“ soll die Geschichte und den Wandel der Bruderschaft einordnen.

Zu den Teilnehmern zählen Gruppen aus Meknes selbst sowie aus Fès, Asilah, Kelaat Sraghna und Taroudant. Auch Hmadcha-Zaouias aus verschiedenen Regionen Marokkos und Aissaoua-Ensembles aus dem ganzen Land reisen für die Veranstaltung an – ein Hinweis darauf, dass es sich trotz des regionalen Bezugs zu Meknes um ein landesweit vernetztes Bruderschaftsnetzwerk handelt.

Getragen von lokalen Institutionen

Organisiert wird der Moussem von der Vereinigung Sidi Ali für Empowerment und Bildung gemeinsam mit der Hmadcha-Zaouia. Unterstützung kommt von der Präfektur Meknes, dem Präfekturrat sowie dem Regionalrat Fès-Meknès. Diese breite institutionelle Trägerschaft unterstreicht, welchen Stellenwert das immaterielle religiöse und kulturelle Erbe der Bruderschaften in der Region mittlerweile einnimmt – nicht zuletzt, weil solche Moussems regelmäßig auch Besucher aus anderen Landesteilen anziehen.

Teil eines größeren Kalenders religiöser Feste

Der Hmadcha-Moussem reiht sich ein in eine Reihe traditioneller marokkanischer Wallfahrtsfeste, die im Spätsommer stattfinden, darunter der Moussem von Setti Fatma im Ourika-Tal. Anders als bei rein touristisch ausgerichteten Kulturfestivals steht bei den Hmadcha-Feierlichkeiten die religiöse und spirituelle Dimension im Vordergrund, während Musik, Tanz und Handwerk das Rahmenprogramm bilden. Für Meknes, das mit seiner historischen Medina und den Stadtmauern aus der Ismail-Ära ohnehin ein beliebtes Ziel im Landesinneren ist, bietet der Moussem in diesen Tagen zusätzliche Anziehungskraft.

Quellen: Barlaman Today, Maroc.ma

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