18. Regionale Kunsthandwerksausstellung eröffnet in Tanger

Marokkanischer Kunsthandwerker bei der Arbeit an traditionellen Zellij-Mosaikfliesen

Foto: Schorle, Lizenz CC BY-SA 4.0, Quelle: Wikimedia Commons

In Tanger hat am Montagabend die 18. Ausgabe der Regionalen Kunsthandwerksausstellung eröffnet. Unter dem Motto „Handwerkskunst: Lebendiges Erbe und erneuerte Kreativität“ präsentieren bis zum 2. September mehr als 90 Ausstellerinnen und Aussteller ihre Produkte auf dem Platz Ras El-Mosalla im Herzen der Stadt. Organisiert wird die Veranstaltung von der Handwerkskammer der Region Tanger-Tétouan-Al Hoceima unter Aufsicht der regionalen Präfektur, in Partnerschaft mit dem Staatssekretariat für Handwerk und Solidarwirtschaft, dem Ausbildungszentrum Dar Al-Sani’a sowie dem Verband der marokkanischen Handwerkskammern.

Von Heilpflanzen bis Rbati-Stickerei

Auf rund 1.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen Kunsthandwerkerinnen und -handwerker sowie Genossenschaften aus zahlreichen Provinzen und Präfekturen der Region und darüber hinaus ihre Arbeiten. Die Bandbreite reicht von Heil- und Aromapflanzen über die traditionelle Rbati-Stickerei bis hin zu Holzschnitzereien und weiteren, für Nordmarokko typischen Handwerkstechniken. Ziel der Messe ist es nach Angaben der Organisatoren, den Ausstellenden eine kommerzielle Plattform zur Vermarktung ihrer Produkte zu bieten, den fachlichen Austausch zu fördern, neue Partnerschaften zu ermöglichen und zugleich die lokale Wirtschaft sowie den Tourismus in der Region anzukurbeln.

Handwerkerinnen und Handwerker sehen Chance für ihr Erbe

Mehrere Teilnehmende betonten gegenüber marokkanischen Medien den Wert der Veranstaltung für den Erhalt traditioneller Fertigkeiten. Hassan Asdad, Präsident der Genossenschaft „Tazkzaout“ für Heilpflanzen aus M’diq, bezeichnete die Ausstellung als „eine unverzichtbare Plattform zur Förderung lokaler Erzeugnisse“. Die Tanger Stickerin Kawtar Benjelloun hob hervor, wie wichtig es sei, das authentische marokkanische Erbe und traditionelle Fertigkeiten zu bewahren. Rabie Ben Thami, der eine Holzschnitzerei-Genossenschaft aus Chefchaouen leitet, betonte, die Messe biete Gelegenheit, die Kreativität der Handwerkerinnen und Handwerker sichtbar zu machen und zur kulturellen Wiederbelebung des Sektors beizutragen.

Die Regionale Kunsthandwerksausstellung reiht sich damit in eine Reihe ähnlicher Veranstaltungen ein, mit denen Marokko in den vergangenen Jahren versucht, sein traditionelles Handwerk stärker zu vermarkten und für jüngere Generationen attraktiv zu halten. Für die Region Tanger-Tétouan-Al Hoceima, die touristisch stark von der Straße von Gibraltar und der Nähe zu Europa profitiert, ist die Messe zugleich ein Beitrag dazu, Kunsthandwerk als eigenständigen Anziehungspunkt neben Stränden und Medina-Altstädten zu positionieren.

Landesweit gilt der Handwerkssektor als einer der beschäftigungsintensivsten Wirtschaftszweige Marokkos: Millionen Menschen leben direkt oder indirekt vom traditionellen Kunsthandwerk, von der Töpferei über Lederverarbeitung bis zur Teppichweberei. Regionale Ausstellungen wie die in Tanger sollen vor allem kleinen Genossenschaften und Einzelhandwerkerinnen und -handwerkern, die sonst kaum Zugang zu größeren Absatzmärkten haben, eine direkte Verbindung zu Kundinnen und Kunden sowie potenziellen Geschäftspartnern ermöglichen.

Quellen: Aujourd’hui le Maroc

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