
Der marokkanische Phosphatkonzern OCP Group hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von umgerechnet 48,37 Milliarden Dirham (rund 5,18 Milliarden US-Dollar) erwirtschaftet. Das sind etwa 7,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, als der Staatskonzern noch auf 52,17 Milliarden Dirham (5,58 Milliarden Dollar) gekommen war. Allein im zweiten Quartal 2026 sank der Umsatz von 30,57 auf 28,28 Milliarden Dirham. OCP begründete den Rückgang mit einem „herausfordernden Marktumfeld“, das von geopolitischen Spannungen und Störungen der globalen Rohstoffströme geprägt sei.
Investitionen legen trotz sinkender Erlöse zu
Bemerkenswert ist, dass der weltgrößte Phosphatexporteur seine Investitionen trotz des Umsatzrückgangs ausweitete: Im ersten Halbjahr 2026 flossen 16,07 Milliarden Dirham (1,72 Milliarden Dollar) in den Ausbau von Minen, Werken und Infrastruktur – ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings bremste der Konzern im zweiten Quartal spürbar ab: Die Investitionsausgaben fielen dort um 36 Prozent auf 5,92 Milliarden Dirham (634 Millionen Dollar), nach 9,23 Milliarden Dirham im Vorjahresquartal. OCP erklärte, man gehe davon aus, dass sich das Investitionstempo im weiteren Jahresverlauf 2026 weiter normalisieren werde. Das Unternehmen verwies zugleich auf die „Widerstandsfähigkeit seines integrierten Geschäftsmodells und die Flexibilität seiner industriellen Plattform“ als Grund dafür, warum man trotz des schwierigeren Marktumfelds am Ausbaukurs festhalte.
Neue US-Lieferungen und Werke als Wachstumshebel
Zu den strategischen Entwicklungen des ersten Halbjahres zählt der Wiedereinstieg in den US-Markt: Am 17. August erreichte eine erste große Düngemittellieferung von 54.000 Tonnen den Hafen von New Orleans – die erste seit der Aufhebung von Handelsbeschränkungen zwischen beiden Ländern. Parallel treibt OCP den Ausbau seiner internationalen Produktionsbasis voran, etwa mit dem geplanten, rund 450 Millionen Dollar teuren Düngemittelwerk in Louisiana zusammen mit dem US-Agrarkonzern CHS sowie einem hälftig mit Koch Ag & Energy Solutions betriebenen Gemeinschaftswerk am Standort Jorf Lasfar mit einer Jahreskapazität von 1,2 Millionen Tonnen Dünger.
Rückgrat der marokkanischen Exportwirtschaft
OCP bleibt trotz der jüngsten Wachstumsdelle einer der wichtigsten Devisenbringer Marokkos und deckt einen Großteil des weltweiten Bedarfs an Phosphat und phosphathaltigem Dünger ab, der für die globale Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar ist. Die Halbjahreszahlen zeigen, wie stark der Konzern derzeit zwischen zwei gegenläufigen Kräften steht: einem schwierigeren globalen Marktumfeld auf der Erlösseite und einer fortgesetzten, milliardenschweren Expansionsstrategie auf der Investitionsseite – vor allem in Nordamerika, wo OCP seine Präsenz entlang der gesamten Düngemittel-Wertschöpfungskette ausbaut.
Quellen: Morocco World News, Barlaman Today


