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Zwei Tage nachdem neue PISA-Daten ein ernüchterndes Bild vom marokkanischen Schulsystem gezeichnet haben, kommt aus einem anderen Teil der Bildungslandschaft eine bemerkenswert positive Nachricht: Die Rabat Business School (RBS) der International University of Rabat (UIR) hat es im aktuellen „Masters in Management“-Ranking der britischen Financial Times auf Platz zehn weltweit geschafft. Damit ist sie die erste und bislang einzige Hochschule aus Afrika und dem Nahen Osten, die in diesem prestigeträchtigen Ranking unter die besten Zehn vorstößt.
Steiler Aufstieg seit 2023
Der Sprung an die Weltspitze kommt nicht über Nacht: 2023 belegte die Rabat Business School im FT-Ranking noch Platz 54, 2024 folgte der Sprung auf Rang 32, 2025 auf Platz 20 – und in diesem Jahr nun Platz zehn. Die Financial Times bewertet die weltweit besten Masterprogramme im Management jährlich anhand von Kriterien wie Gehaltsentwicklung der Absolventen, Karriereverlauf und Zufriedenheit der ehemaligen Studierenden. Bei zwei dieser Kategorien liegt die RBS sogar an der globalen Spitze: Platz eins beim prozentualen Gehaltszuwachs der Absolventen nach dem Abschluss und Platz eins bei der allgemeinen Zufriedenheit mit dem Programm. Bei der Karriereentwicklung erreicht die Schule Platz fünf weltweit. Angeführt wird das Gesamtranking 2026 von der Universität St. Gallen in der Schweiz, gefolgt von der portugiesischen Nova School of Business and Economics und dem Antai College der Jiao Tong University in Shanghai. Auf den Rabat Business School folgen in der Top Ten unter anderem INSEAD und HEC Paris.
„Kann mit den Besten der Welt mithalten“
Die 2010 gegründete Rabat Business School ist Teil der International University of Rabat und verfügt über die international anerkannten Akkreditierungen AACSB und EQUIS, die nur einem kleinen Teil der Wirtschaftshochschulen weltweit verliehen werden. Mehr als 4.000 Studierende sind dort in Fächern wie Finanzen, Marketing, Supply-Chain-Management und Data Science eingeschrieben. Nicolas Arnaud, Dekan und Generaldirektor der Schule, erklärte zu der Platzierung, der Erfolg zeige, „dass eine afrikanische Institution sich einen Platz unter den weltweit führenden Schulen erarbeiten und zur Zukunft der Managementausbildung beitragen kann“. Damit stelle die RBS die Annahme infrage, exzellente Wirtschaftsausbildung finde ausschließlich in den etablierten Zentren Europas, Nordamerikas oder Asiens statt.
Signal für Marokkos Hochschulambitionen
Der Erfolg der Rabat Business School fällt in eine Zeit, in der Marokko seine Hochschullandschaft international stärker positionieren will – etwa durch den geplanten Ausbau auf landesweit mehrere Dutzend Universitäten und wachsende Kooperationen mit internationalen Wirtschaftsverbänden. Für das Land, das gleichzeitig mit den ernüchternden PISA-Ergebnissen im Schulbereich kämpft, liefert die Platzierung im FT-Ranking zumindest im Hochschulsegment einen seltenen Beleg dafür, dass einzelne marokkanische Bildungseinrichtungen im internationalen Vergleich mittlerweile konkurrenzfähig sind.
Quellen: Morocco World News, Yabiladi


